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20.10.2005 | Oman: Sultan gibt Chemnitzerin frei

Die im Oman nur knapp der Todesstrafe entgangene Chemnitzerin Dana Gerlich (31) wurde nach Deutschland ausgeliefert.

Die Physiotherapeutin war beschuldigt worden, im Dezember 2003 ihren Vater Manfred (51) erschossen zu haben, weil dieser ein Doppelleben führte. Nur aufgrund scharfer internationaler Proteste entging sie in einem Urteil 2004 der Todesstrafe und wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt . Nach Intervention des Kanzlers entschied jetzt der omanische Sultan Kabus Ibn Said: Dana darf nach Deutschland ausreisen, wenn sie hier noch fünf Jahre einsitzt. Das Chemnitzer Landgericht entschied im Juni, dass das Urteil von Maskat auch in Deutschland in vollem Umfang vollstreckt werden muss. Unmut herrschte unter deutschen Diplomaten, weil die Chemnitzer Polizei ihren Kollegen in Maskat nach der Tat Informationen über die zerrütteten Familienverhältnisse der Gerlichs übermittelt hatte und den Omanern damit 'frei Haus ein Motiv lieferte'. Deutsche Ermittler, so hieß es, seien 'angesichts der in manchen Ländern drohenden Todesstrafe oft nicht genügend sensibilisiert'.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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