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27.09.2005 | Polen: Jaroslaw Kaczynski, erklärter Anhänger der Todesstrafe wird vermutlich neuer Premier

Nach dem Triumph der Mitte-Rechts-Parteien zeichnet sich in Polen eine neue Regierung unter Führung des konservativen Jaroslaw Kaczynski ab.
Es sei offensichtlich, dass der 56-Jährige die geplante Koalition anführen müsse, sagte am Montag Donald Tusk, Chef der knapp den Konservativen unterlegenen Bürgerplattform (PO). Beide Parteien hatten sich bereits vor der Wahl auf eine gemeinsame Regierung festgelegt.

aus einem Interview mit der taz:

Ihre Partei 'Recht und Gerechtigkeit' (PiS) will die Todesstrafe wieder einführen. Wollen Sie Polen damit eher Weißrussland als der EU annähern?

Was sie sagen, ist der Ausdruck einer extrem opportunistischen und konformistischen Sichtweise. Es ist mir klar, dass die Todesstrafe von den meisten Eliten - nicht etwa von der Bevölkerung - nicht akzeptiert wird. Aber ich verheimliche Ihnen meine Skepsis gegenüber diesen Eliten nicht. Ich sehe nichts Gutes darin, die Kriminalität zu unterstützen. Den Moralisten, die gegen die Todesstrafe ankämpfen, will ich empfehlen, sich mit den Opfern zu unterhalten. Beschäftigen Sie sich mit Tschetschenien, Russland, Tibet und China. Ich sage nur: Das ist Heuchelei der Leute, die einerseits Völkermord tolerieren, aber trotzdem Putin besuchen, freundschaftliche Beziehungen mit China knüpfen und verschiedene Völker unter extremen Bedingungen leben lassen, sogar Sklaverei in den eigenen Ländern tolerieren, sich aber unerhört für die Mörder einsetzen. Das ist für mich Heuchelei hoch drei verbunden mit Feigheit. Ich sehe keinen Grund, jemanden leben zu lassen, der zum Beispiel ein kleines Mädchen einmauert wie in Belgien.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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