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10.05.2005 | Texas: Geistige Gesundheit von Todestraktinsassen verfällt in erschreckendem Ausmaß

David Dow, Anwalt des Mexikaners Cecar Fierro:' Als Fierro 1980 in den Todestrakt geschickt wurde, war ein sanft-sprechender, leicht übergewichtiger Mann von Mitte Zwanzig, der hohen Respekt vor seinen Anwälten hatte und vor dem Prozess, von dem er annahm, das er mit Freispruch enden würde.'

Während 25 Jahren im Todestrakt von Texas, nachdem seine Mutter und sein Bruder gestorben waren, seine Frau ihn verlassen hatte und seine Tochter aufgehört hat, ihn zu besuchen, hat sich Fierros geistige Gesundheit derart verschlechtert, dass sein Anwalt ihn kaum wieder erkannte:

'Als ich ihn letztes Jahr sah, hatte er lange, verfilzte Haare. Er weigert sich zu duschen und Fäkalien befanden sich an den Zellenwänden. Es war sehr verstörend...Er verlässt monatelang seine Zelle nur, wenn er mit Gewalt dazu gezwungen wird. Er weigert sich, mit seinen Anwälten zu sprechen, obwohl sie gute Nachrichten von den Gerichten bringen, oder er tobt in der Besucherzelle und schlägt mit dem Telefon gegen die Glasscheibe. 'Fierro ist einer der über 50 Mexikaner in US-amerikanischen Todeszellen bei denen der Internationale Gerichtshof eine Überprüfung angeordnet hatte, weil die Wiener Konvention über Konsularische Rechte verletzt worden war. Präsident Bush hatte kürzlich die Gerichte angewiesen, der Aufforderung des Internationalen Gerichtshofs Folge zu leisten und gleichzeitig die Konvention gekündigt.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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