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18.11.2005 | USA: Bischöfe fordern Abschaffung der Todesstrafe

Die Bischöfe in den USA haben mit einer überwältigender Mehrheit von 237 gegen 4 Stimmen eine Erklärung verabschiedet, in der unter anderem betont wird, dass man in der USA nicht lehren könne, töten sei falsch, 'indem man jene tötet, die morden.'

In der am Dienstag beschlossenen gemeinsamen Erklärung 'Kultur des Lebens und die Todesstrafe' wird jede Anwendung der Todesstrafe geächtet, weil sie die Spirale der Gewalt in der amerikanischen Gesellschaft weiter anheize anstatt diese zu durchbrechen. Für die Bischöfe ist die Todesstrafe ein Symbol für eine 'Kultur des Todes' in den USA. Außerdem verletze sie 'die Achtung vor dem Leben des Menschen und seine Würde'.

In ihrer Botschaft richten sich die Bischöfe an alle Amerikaner und rufen dazu auf, die 'Illusion aufzugeben, man könne das Leben schützen, indem man es jemandem nimmt. Wenn der Staat in unserem Namen und mit unseren Steuergeldern jemandem das Leben nimmt (…), dann verbreitet er die Überzeugung, dass sich Gewalt nur mit Gewalt bezwingen ließe. Der Rückgriff auf die Todesstrafe sollte nicht nur aus Rücksicht auf die Todeskandidaten abgeschafft werden, sondern vor allem wegen seiner Folgen für die Gesellschaft.'

Die Bischöfe beziehen sich auf die Enzyklika 'Evangelium vitae' von Papst Johannes Paul II., in der unter anderem gesagt wird, dass Bestrafungen 'außer in schwerwiegendsten Fällen, das heißt, wenn der Schutz der Gesellschaft nicht anders möglich sein sollte, nicht bis zum Äußersten' gehen dürfe –nämlich bis zur 'Verhängung der Todesstrafe gegen den Schuldigen (…). Solche Fälle sind jedoch heutzutage infolge der immer angepassteren Organisation des Strafwesens schon sehr selten oder praktisch überhaupt nicht mehr gegeben'

(56). Für die Angehörigen von Todesopfern fordern die Bischöfe zugleich eine größere Unterstützung: 'Sie verdienen unser Mitgefühl, unsere Solidarität und unsere geistliche, pastorale und personale Unterstützung.' Aber die Sorge um die Opfer berechtige nicht zum Einsatz der Todesstrafe. 'Keine Tat, auch nicht die Hinrichtung, kann uns einen geliebten Menschen zurückbringen oder schreckliche Wunden heilen. Der schmerzliche Verlust kann nicht durch einen weiteren Tod aus der Welt geschaffen werden.

' In der bischöflichen Erklärung, die Teil einer groß angelegten Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe ist, werden auch Aussagen von ehemaligen Todeszellen-Insassen sowie von Familienangehörigen ihrer Opfer angeführt.(ZENIT - Die Welt von Rom aus gesehen)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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