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15.04.2005 | USA: Leiden Gefangene bei der Exekution unnötig?

Die Forscher um Leonidas Koniaris von der University of Miami Miller School of Medicine in den USA analysierten Informationen aus Protokollen der Staaten Texas und Virginia, wo etwa 45 Prozent der Exekutionen stattfinden

Die Forscher analysierten auch Daten aus toxikologischen Reports der Autopsien von 49 Exekutierten in Arizona, Georgia, North Carolina und South Carolina. Sie fanden, dass die Konzentrationen an Natrium Thiopental im Blut bei 43 von 49 Exekutionen niedriger lagen, als es gewöhnlich bei Operationen der Fall sein würde; 21 Häftlinge wiesen derart niedrige Konzentrationen auf, dass sie bei Bewußtsein gewesen sein könnten. Die Studie legt nahe, das die momentane Praxis der lethalen Injektion bei Exekutionen nicht einmal Veterinär-Standards zur Einschläferung von Tieren erfüllt.

Dr. Koniaris erklärt: 'Unsere Daten liefern Hinweise darauf, dass die Anästhesie-Methoden bei lethalen Injektionen in den Vereinigten Staaten mangelhaft sind. Fehler in der Konzeption der Protokolle, der Ausführung sowie der Überwachung könnten zu unnötigem Leiden von zumindest einigen der exekutierten Personen geführt haben. Weil die Teilnahme von Ärzten bei der Ausarbeitung des Protokolls und der Ausführung sich aus ethischen Gründen verbietet, kann eine adäquate Anästhesie nicht sichergestellt werden. Um daher unnötige Grausamkeit und Leiden zu verhindern, sollte die Einstellung sowie eine öffentliche Nachprüfung der lethalen Injektionen zugesichert werden.'

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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