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06.02.2006 | Angelika Beer, Mitglied des Europaparlaments, zur Melendez Tour

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

die Todesstrafe ist in höchstem Maße menschenverachtend und hat keinen Platz in einer zivilisierten Welt. Das Schicksal von Juan Melendez ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie schnell Unschuldige in ihrem höchsten Menschenrecht, dem Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit, bedroht werden können.

Das Schicksal von Juan Melendez ist eines von vielen. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA kommen auf rund 1000 Hinrichtungen mehr als 120 Freisprüche von zu Unrecht bereits zu Tode Verurteilten. Gerade bei Kapitalverbrechen lässt der Wunsch, den Schuldigen dingfest zu machen, immer wieder die rechtsstaatliche Sorgfaltspflicht in den Hintergrund geraten. Statt Beweisen entscheiden Vorurteile oder gar Rassismus.

Die Todesstrafe muss weltweit abgeschafft werden - egal, ob in den USA, China, Russland oder im Iran. Wir GRÜNEN, aber auch das Europäische Parlament stehen im Kampf gegen die Todesstrafe eng an Eurer Seite. In einer Zeit, in der bereits auf Verdacht gravierende Einschnitte in Menschen- und Bürgerrechte ermöglicht werden, setzt Ihr mit der Tour von Juan Melendez ein Zeichen für diese fundamentalen und unveräußerlichen Rechte. Dafür danke ich Euch von ganzem Herzen und bedauere sehr, dass ich an Eurer Veranstaltung in Hamburg nicht teilnehmen kann.

Mit herzlichen Grüßen

Angelika Beer

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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