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06.11.2006 | Europarat übt scharfe Kritik an Saddam-Urteil

Straßburg, 05.11.2006 – René van der Linden, Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) hat heute folgende Erklärung abgegeben:

'Die Verbrechen, die Saddam Hussein begangen hat, sind entsetzlich und es ist richtig, dass er für diese verurteilt und bestraft wird. Die heutige Verurteilung zur Todesstrafe sendet jedoch eine gefährliche Botschaft in die Region: der neue Irak wird auf Rache aufgebaut anstatt auf der Achtung grundlegender menschlicher Werte. Der Irak braucht nicht noch mehr Tote. Die Todesstrafe ist falsch – selbst für die schlimmsten Vergehen – und ich appelliere an die irakischen Behörden, diese Strafe nicht zu vollziehen.'

Straßburg, 05.11.2006 – Erklärung von Terry Davis, Generalsekretär des Europarates, als Reaktion auf die Verhängung der Todesstrafe für Saddam Hussein. 'Saddam Hussein war ein unbarmherziger Diktator und er muss für seine Verbrechen bezahlen. Es wäre jedoch falsch und sinnlos, ihn hinzurichten. Das irakische Volk braucht Gerechtigkeit und keine Vergeltung. Ein durch Gewalt und Tod verwüstetes Land braucht nicht noch mehr Gewalt, insbesondere keine vom Staat vollzogene Hinrichtung. Saddam Hussein ist ein Krimineller und man sollte ihm nicht erlauben, ein Märtyrer zu werden.'

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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