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05.01.2006 | Generalsekretär des Europarates fordert, Clarence Ray Allen nicht hinzurichten

'Die Todesstrafe ist eine brutale und von Rache gezeichnete Parodie der Justiz,' sagte Terry Davis, Generalsekretär des Europarates in einer heute veröffentlichen Erklärung.

'Nach der Pause an Weihnachten sind in den Vereinigten Staaten wieder ab dem 17. Januar 2006 Exekutionen angesetzt. Auch Clarence Ray Allen soll dann im Staat Kalifornien hingerichtet werden. Er ist 75 Jahre alt. Allen ist kein unschuldiger Mann und er wurde für ein besonders grauenhaftes Verbrechen schuldig gesprochen. Doch eine Hinrichtung in seinem hohen Alter und Jahrzehnte nach dem verübten Verbrechen würde die Behörden, wären sie Teilnehmer an einem Wettbewerb 'Wer ist der Grausamste und Rachsüchtigste?' zum Sieger machen.

Die Todesstrafe ist ein Fehltritt und unter allen Umständen unmenschlich, umso mehr, wenn es sich um Kinder, Ältere und Geistig Kranke handelt. In allen Mitgliedsstaaten des Europarates wurde die Todesstrafe abgeschafft, weil sie sinnlos und falsch ist. Die Todesstrafe hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Es ist der pathetische Versuch, eine primitive Lust auf eine Schau und Lust auf Rache. Deshalb appelliere ich an den Gouverneur von Kalifornien, das Leben von Clarence Ray Allen zu schonen und rufe die US-Behörden auf, sich in den Kreis aller anderen zivilisierten und demokratischen Länder der Welt zu stellen und die Todesstrafe ein für allemal abzuschaffen. Es geht nicht nur um das Leben oder den Tod eines alten Mannes - was auf dem Spiel steht, ist die Achtung der Würde des Menschen in der amerikanischen Gesellschaft an sich

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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