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29.09.2006 | Kalifornien: Gründliche gerichtliche Überprüfung der tödlichen Injektion

Kaliforniens Hinrichtungsmethode wird durch die heute beginnende und auf vier Tage angesetzte Anhörung der intensivsten Überprüfung seit Einführung der tödlichen Injektion unterzogen.

Die Anwälte von Michael Morales, dessen Hinrichtung im Februar diesen Jahres durch Bundesrichter Fogel gestoppt wurde, werden versuchen zu zeigen, dass die Tötung mit der Giftspritze den 8. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung verletzt, demzufolge 'grausame und ungewöhnliche Bestrafungen' verboten sind.

Der Fall hat Auswirkungen nicht nur für die 638 Todestraktinsassen in Kalifornien sondern auch darüber hinaus für Todestrakinsassen anderer US Staaten z.B. in Maryland und Missouri, wo ebenfalls gerichtliche Überprüfungen der Hinrichtungsmethode im Gange sind.
Nach Ansicht von Experten kommt dem kalifornischen Fall eine Schlüsselrolle zu, weil Bundesrichter Jeremy Fogel über die juristischen Anstrengungen in anderen Staaten deutlich hinausgegangen ist bei seinem Bemühen herauszufinden, wie die Hinrichtung mit der Giftspritze im einzelnen funktioniert. So hat Fogel z.B. vor einigen Wochen den ungewöhnlichen Schritt unternommen, die Hinrichtungskammer von San Quentin zu besuchen.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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