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01.05.2006 | Kalifornien: Oberster Richter nennt Todesstrafe dysfunktional

Ronald George 66, seit 10 Jahren Oberster Richter des kalifornischen Supreme Courts, bezeichnete das Todesstrafensystem in Kalifornien als sehr 'dysfunktional'.

Er warf den Gesetzgebern vor, dass sie unfähig seien, ein funktionierendes Todesstrafensystem einzurichten, was jetzt zu einem de-facto Moratorium geführt hat. Versuche von demokratischen Abgeordneten, ein förmliches Moratorium herbeizuführen, sind im kalifornischen Parlament gescheitert."Das ist das Problem. Die Leute wollen die Todesstrafe, sind aber nicht bereit, die vollen Kosten zu tragen, sie in einer gesetzeskonformen Weise zu 'implementieren.'

George vertritt die Meinung, dass der Staat erheblich mehr Geldmittel zu Verfügung stellen müsste, um mehr Anwälte als Pflichtverteidiger bezahlen zu können. Viele zum Tode Verurteilte sitzen schon seit Jahrzehnten im Todestrakt von San Qunetin. Ein Viertel der 650 Todestraktinsassen hat überhaupt keinen öffentlichen Verteidiger, was auch daran liegt, dass Kalifornien sehr strenge Vorraussetzungen für die Zulassung von Anwälten für Todesstrafenfälle hat. Nach Georges Ansicht sind aber hochqualifizierte Anwälte unbedingt erforderlich, um dem Angeklagten ein faires Verfahren zu garantieren. Eine Sprecherin von Gouverneur Schwarzenegger sagte, das der Gouverneur ein entschiedener Todesstrafenbefürworter sei und daher willens sei, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um Hinrichtungen beschleunigt durchführen zu können..  

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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