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17.07.2006 | Missouri findet keine Anästhesisten, die bereit sind, sich an Hinrichtungen zu beteiligen

Bundesbezirksrichter Gaitan ordnete am 26. Juni an, dass bei Hinrichtungen in Missouri in Zukunft ein ausgebildeter Anästhesist für die Zusammenstellung der Chemikalien und auch für die Überwachung der Hinrichtungen selbst verantwortlich sein soll.

Der Anästhesist soll vor der Verabreichung der beiden tödlichen Gifte überprüfen, ob der Verurteilte bewusstlos ist.

Am letzten Freitag stellte das Büro des Generalstaatsanwalt von Missouri dem Bezirksgericht ein neues Hinrichtungsprotokoll vor. Der Bericht des Staatsanwalts wies darauf hin, dass es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gelungen sei, einen Anästhesisten zu finden, der bereit gewesen wäre, sich an einer Hinrichtung zu beteiligen. Die Staatsanwaltschaft hatte 298 zertifizierte Anästhesisten in Missouri und im südlichen Illinois angeschrieben.

Dieses Ergebnis ist nicht überraschen, da Dr. Orin Guidry, Präsident der Anästhesistenvereinigung ASA, Anfang Juli in einem offenen Brief, den Mitgliedern empfohlen hatte, sich nicht an Hinrichtungen zu beteiligen.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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