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12.05.2006 | USA: Ein Juror verhinderte Todesstrafe für Moussaoui

11 zu eins, 10 zu zwei und 10 zu zwei für die Todesstrafe stimmte die Jury im Verfahren gegen Zacarias Moussaoui (Bild).

Für die Verhängung der Todesstrafe wäre aber Einstimmigkeit der zwölf Geschworenen in mindestens einem der drei Anklagepunkte nötig gewesen.Die Jury-Vorsitzende, eine Mathematiklehrerin, sagte, alle Abstimmungen der Geschworenen seien geheim gewesen. Der einzelne Geschworene, der in den wiederholten Voten stets gegen die Todesstrafe votiert habe, habe sich in den Diskussionen der Gruppe nicht zu erkennen gegeben. Die Lehrerin zeigte sich darüber 'frustriert', da die Gründe für die Opposition dieses Juroren damit im Dunkeln geblieben seien und nicht im Lichte der 'Beweislage, Fakten und Gesetze' hätten gewogen werden können.

Ein anderer Geschworener, der bereits vergangene Woche unter dem Deckmantel der Anonymität mit der 'Washington Post' gesprochen hatte, hatte berichtet, er habe für lebenslänglich votiert, da er die Rolle Moussaouis in dem 9/11-Komplott für marginal halte.

Moussaoui hatte im Verlauf des Verfahrens gestanden, an dem Komplott für den 11. September beteiligt gewesen zu sein, sein Geständnis nach dem Prozess aber widerrufen, um ein neues Verfahren zu erreichen, was aber von der zuständigen Richterin Brinkema abgelehnt wurde.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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