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11.06.2006 | USA: Guantanamo fordert erste Todesopfer

Drei Gefangene in Guantánamo erhängt aufgefunden

Wärter fanden am Wochenende zwei Männer aus Saudi-Arabien und einen Jemeniten erhängt in ihren Zellen.Nach Darstellung der Lagerleitung handelte es sich um Selbstmorde. Saudi-Arabien bezweifelte jedoch, dass die Gefangenen Selbstmord begangen haben. Sie könnten zu Tode gefoltert worden sein, sagte der Sprecher des Innenministeriums.

Einer der Anwälte der saudischen Häftlinge forderte eine internationale Untersuchung.In Guantanomo halten die USA in ihrem sog. Krieg gegen den Terrorismus seit über 4 Jahren hunderte Gefangene (vor allem aus dem Afghanistan Feldzug) ohne jede Rechtsgrundlage gefangen.

Die Vereinigte Staaten verstoßen damit fortgesetzt gegen humanitäres Völkerrecht. insbesondere gegen das Genfer Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen. Die meisten der Gefangenen wurden bisher keines Verbrechens angeklagt. Die deutsche Bundesregierung verlangt von den USA die Aufklärung der Todesumstände der drei Häftlinge,"Wir gehen davon aus, dass die USA die Umstände umfassend aufklären", sagte ein Regierungssprecher am Sonntag in Berlin. Er ergänzte: "Unsere Haltung zu Guantanamo ist bekannt." Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits Anfang des Jahres gefordert, das Gefangenenlager zu schließen.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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