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14.04.2007 | Florida: Kein neuer Prozess für Dieter Riechmann

Der Prozess gegen den in den USA zum Tode verurteilten Deutschen wird nicht neu aufgerollt. Das höchste Gericht des Staates Florida in Tallahassee wies am Donnerstag (Ortszeit) einen entsprechenden Antrag der Verteidigung einstimmig zurück

Riechmann war 1988 wegen Mordes an seiner Freundin Kersten Kischnick zum Tode verurteilt worden. Dem Urteilsspruch zufolge soll er die Prostituierte vorsätzlich und aus Habgier getötet haben, um ihre Lebensversicherung zu kassieren.

Allerdings hat der Deutsche, der hartnäckig seine Unschuld beteuert, auch nach der kalten Dusche vom Donnerstag noch eine Chance, der Giftspritze zu entgehen. Das Todesurteil war 1996 nämlich wegen Verfahrensfehlern bei der Beratung des Strafmaßes ausgesetzt worden. Das heißt, dass der Schuldspruch zwar weiter gültig ist, aber neue Beratungen über Leben oder Tod für den heute 62-Jährigen stattfinden sollen

Wann, ist noch offen. Denn zunächst wollten Riechmann und sein Verteidigerteam versuchen, einen Prozess und damit möglicherweise einen Freispruch zu erreichen - eine Hoffnung, die bitter enttäuscht wurde. In ihrem rund 100-seitigen Antrag auf ein neues Verfahren hatten Anwältin Terri Backhus und ihr Team argumentiert, ihr Mandant sei Opfer einer ganzen Serie von krassen Fehlern, Verstößen und Täuschungen bei den Ermittlungen und im Prozess geworden. So hätten zwei der damaligen Hauptbelastungszeugen gelogen - der eine unter Druck der Ermittlungsbehörden, der andere, weil ihm Belohnungen versprochen worden seien. Der Oberste Gerichtshof Floridas folgte diesen Argumenten nicht.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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