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04.04.2007 | Hinrichtungswelle im Iran

Die Hinrichtungswelle im Iran dauert an. Am Donnerstag wurden in der Hauptstadt Teheran zwei wegen Mordes verurteilte Männer öffentlich gehenkt. Die beiden waren beschuldigt worden, im August 2005 den stellvertretenden Generalstaatsanwalt Massud Mokadass ermordet zu haben. Die Exekution wurde von Hunderten von Schaulustigen beobachtet.

In der vergangenen Woche waren nach Behördenangaben 16 Iraner wegen Gewaltverbrechen Verurteilte gehängt worden. Weitere Angeklagte sind kürzlich wegen ähnlicher Verbrechen ebenfalls zum Tode verurteilt worden.

Im Iran werden die Todeskandidaten bei Hinrichtungen üblicherweise am Ort ihrer Tat mit dem Strang um den Hals von einem Kran hochgezogen, damit sie für Schaulustige besser sichtbar sind. Die Hinrichtung ist dadurch qualvoller, da der Tod langsamer eintritt.

In Deutschland stieß das Vorgehen der iranischen Behörden auf scharfe Kritik. Grünen-Chefin Claudia Roth forderte das Oberste Gericht des Landes und den Chef der iranischen Justiz auf, «dieser Welle des Terrors Einhalt zu gebieten». Zwei ebenfalls zum Tode verurteilte kurdische Journalisten müssten begnadigt werden. «Die beiden Journalisten dürfen nicht hingerichtet werden, der Iran, eine der ältesten Kulturnationen der Welt, darf nicht in der Barbarei versinken», sagte Roth.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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