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09.05.2007 | Tennessee: Philip Workman 53 hingerichtet

Workman wurde für schuldig befunden, 1981 während eines Raubüberfalls auf ein Restaurant in Memphis den Polizeibeamten Ronald Oliver erschossen zu haben.

Roland Oliver war zusammen mit zwei anderen Polizisten als erster am Tatort angekommen. Nach dem Raubüberfall, der von Philip Workman nie bestritten wurde, fielen Schüsse, von denen einer den Polizisten tödlich traf. Vor Gericht bestritten die beiden Polizisten, die mit Ronald Oliver zum Tatort geeilt waren, selber geschossen zu haben, räumten aber gleichzeitig ein, auch nicht gesehen zu haben, dass Philip Workman geschossen habe. Allerdings sagte Harold Davis, ein angeblicher Augenzeuge, vor Gericht aus, drei Meter vom Tatort entfernt gestanden und gesehen zu haben, dass Philip Workman auf den Polizisten schoss. Der ursprüngliche Verteidiger von Philip Workman hatte weder die Glaubwürdigkeit dieser Zeugenaussage untersuchen lassen, noch gerichtmedizinische oder ballistische Gutachten in Auftrag gegeben. Nach dem Prozess widerrief Harold Davis indes seine Aussage und erklärte gelogen zu haben. Weder die Polizisten noch Passanten hatten Harold Davis am Tatort gesehen, und auch Angaben von Harold Davis über den Parkplatz seines Fahrzeugs konnten nicht bestätigt werden. Ein neuer Augenzeuge sagte inzwischen aus, dass mindestens einer der anderen Polizisten geschossen habe.

Diese Aussage stimmte mit den Angaben der ersten Polizeiberichte überein, denen zufolge die Polizisten von der Schusswaffe Gebrauch gemacht hatten. Laut ballistischen Gutachten stammte die tödliche Kugel nicht aus Philip Workmans Waffe, sodass Ronald Oliver möglicherweise durch die Polizeikugel einer seiner Kollegen tödlich getroffen wurde. Fünf der Geschworenen haben ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass sie ihn nicht für schuldig erklärt und ihn erst recht nicht zum Tode verurteilt hätten, wenn ihnen die inzwischen vorliegenden Beweise bekannt gewesen wären. Zwei Richter des Obersten Gerichtshofs von Tennessee sprachen sich für eine Begnadigung Workmans aus.

Workmans Hinrichtung wurde fünf Mal verschoben, einen weiteren Antrag auf Aufschub lehnte das Oberste Gericht von Tennessee am Dienstagabend ab.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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