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08.02.2008 | Iran: 2 Frauen zu Steinigung verurteilt

Im Iran wurden zwei wegen Ehebruchs angeklagte Schwestern, die Zohreh und Azar heißen sollen, zum Tod durch Steinigung verurteilt.

In der Islamischen Republik Iran gilt Ehebruch als Verbrechen, das nach der islamischen Scharia mit dem Tod bestraft wird. Der Oberste Gerichtshof des Iran hat das Steinigungsurteil bestätigt.

Zohreh und Azar erhielten bereits 99 Peitschenhiebe für 'illegale Beziehungen'. Dennoch machte man ihnen wegen des gleichen Vergehens noch einmal den Prozeß und verurteilte sie wegen Ehebruchs; als Beweis hielt eine Videoaufzeichnung her, das sie in Gesellschaft mit anderen Männern zeigte, während ihre Ehemänner abwesend waren. Auf dem Video kann man jedoch keine der beiden bei einer sexuellen Handlung sehen.Es liegt keinerlei Vergehen vor, ihre Prozesse sind ein Justizirrtum und das Urteil ist barbarisch.

Jeder, der an Menschenrechte und Menschenwürde glaubt, sollte gegen dieses Urteil protestieren.

Wir fordern die Islamische Republik Iran auf, alle Anklagepunkte gegen Zohreh und Azar fallen zu lassen und das Steinigen als Strafmaß abzuschaffen.Wir fordern die Islamische Republik Iran auf, die in der Scharia begründete institutionalisierte Diskriminierung von Frauen zu beenden, die dazu führt, daß Frauen als bewegliches Gut von Männern behandelt werden.

Wir fordern die Islamische Republik Iran auf, die Würde der Frau derjenigen des Mannes gleichzustellen wie auch die Gleichberechtigung aller Menschen, Männer wie Frauen, Moslems wie Nichtmoslems, zu bestätigen und diese Grundsätze auch im Recht zu verankern.

Wir fordern die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen auf, ihren Druck auf die Islamische Republik Iran solange zu verstärken, bis diese ihre Mißachtung von Frauenrechten und Menschenrechten im allgemeinen beendet.

Wir fordern alle Feministinnen auf – einschließlich der Unterzeichner des von Katha Pollitt verfaßten Statements –, uns in unserer Entrüstung zur Seite zu stehen. Nach wie vor sind wir fassungslos, wenn auch nicht überrascht, angesichts des Schweigens seitens dieser Feministinnen, die die Aufrichtigkeit unserer Sorge um durch islamische Gesetze unterdrückte moslemische Frauen in Zweifel zogen. Die Feministinnen, die kürzlich beklagten, sie werden in den Medien fälschlich als der Sache der moslemischen Frauen gleichgültig eingestellt wiedergegeben, sind in der Angelegenheit von Zohreh und Azar bislang auffällig untätig geblieben. Wir rufen diese Feministinnen vor allem dazu auf, mit uns gemeinsam gegen die bereits an Zohreh und Azar verübte Gewalt sowie die ihnen bevorstehende Hinrichtung zu protestieren. Die Islamische Republik Iran unterdrückt Frauen. (Anmerkung: Katha Pollitt ist Kolumnistin bei The Nation.) Die amerikanischen Feministinnen sind ihren moslemischen Schwestern noch nicht zur Seite gestanden. Wir rufen sie auf, dies nun zu tun.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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