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10.04.2008 | Japan: Wieder mehr Hinrichtungen in Japan

Zahl der Todesurteile nimmt zu – Juristenvereinigung fordert Moratorium

Die japanische Justiz steigert das Hinrichtungstempo. Allein am Donnerstag wurden vier Personen gehängt,( Katsuyoshi Nakamoto (64), Masaharu Nakamura (61) in Osaka. Masahito Sakamoto (41) und Kaoru Okashita (61) in Tokio) teilte Justizminister Yukio Hatoyama mit. Damit erhöht sich die Zahl der Hinrichtungen seit seinem Amtsantritt im September 2007 auf zehn. So hart mussten die Henker noch nie arbeiten, seit 1993 nach einem dreijährigen Moratorium die Ausführung der Todesstrafe wiederaufgenommen wurde.

Wie Kritiker meinen, zeigt die Hinrichtungswelle die Entschlossenheit des Justizministeriums, selbst gegen Proteste der EU die Todeszellen schneller zu leeren.

Denn die Zahl der zum Tode verurteilten Insassen wächst. Derzeit warten 104 Menschen darauf, eines Morgens mit der Nachricht geweckt zu werden, dass an diesem Tag ihre letzte Stunde geschlagen hat. In Japan wird das Datum der Hinrichtung bis zuletzt vor dem Häftling und den Familien der Opfer geheim gehalten.Treibende Kraft hinter der Wiederbelebung des Henkertums ist Justizminister Hatoyama. Er hat sich im vorigen Jahr für ein vereinfachtes Hinrichtungsverfahren eingesetzt. Demnach soll der Vollstreckungsbefehl für die Todesstrafe nicht mehr wie bisher vom Justizminister unterzeichnet werden müssen.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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