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10.01.2008 | Ohio: Todesurteil von John Spirko umgewandelt

Gestern wandelte der Gouverneur von Ohio, Ted Strickland, das Todesurteil gegen den 61jährigen Spirko (Bild), der einen Hinrichtungstermin für den 24. Januar hatte, in lebenslange Haft ohne die Möglichkeit vorzeitiger Entlassung um.

Als Grund nannte Strickland den Mangel an physischen Beweisen und geringe verbleibende Zweifel an der Verantwortlichkeit Spirkos an der ihm zur Last gelegten Tat.

John Spirko war 1984 wegen der zwei Jahre zuvor verübten Entführung und Ermordung der Postbeamtin Betty Jane Mottinger zum Tode verurteilt worden. Spirko bestreitet bis heute, den Mord begangen zu haben, und es gibt auch keine forensischen Beweise dafür.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess ursprünglich die Ansicht vertreten, dass John Spirko zusammen mit seinem besten Freund und früheren Zellennachbarn Delaney Gibson das Verbrechen verübt hatte,da letztgenannter in der Nähe des Tatortes am Tag des Verbrechens gesehen worden sein soll. Gegen Delaney Gibson wurde die Anklage aber später fallengelassen, da er anderen Zeugenaussagen zufolge zum Tatzeitpunkt etwa 750 Kilometer vom Tatort entfernt gesichtet wurde. Das Urteil gegen Spirko wurde vielfach kritisiert z.B. von dem früheren US-Bundesrichter William Sessions, der an einer Initiative mitwirkt, Verfahrensregeln zum Schutz von Angeklagten in Todesstrafenfällen einzuführen, sowie von zwei pensionierten Bundesrichtern und einem Ex-Bundesankläger

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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