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04.07.2008 | Pakistan: Abschaffung der Todesstrafe

Das Kabinett von Premierminister Yousaf Raza Gilani stimmte einer Entscheidung zu, die Urteile von 7000 schuldig gesprochenen Gewohnheitsverbrechern im Todestrakt in lebenslange Haftstrafen umzuwandeln. Anläßlich des Geburtstags von Benazir Bhutto gab Gilani bekannt, seine Regierung werde Präsident Pervez Musharraf empfehlen, als Zeichen der Anerkennung von Frau Bhutto die Todesurteile tausender Häftlinge umzuwandeln.

Dieser Schritt fand innerhalb der Koalitionsregierung sowie Teilen der Bevölkerung nicht nur Unterstützung, wurde jedoch von der Mehrheit begrüßt als erste Maßnahme hin zur Abschaffung der Todesstrafe, wodurch man mit der Praxis in vielen modernen Nationen gleichziehen würde. Die Opposition aus religiösen Kreisen führt Maulana Fazlur Rehman von der JUI an, der aus Prinzip dem Präsidenten der Republik das Recht abspricht, ein unter islamischem Recht verhängtes Todesurteil aufzuheben. Die ablehnende 'Stimme des Volkes' hingegen ist wohl mehr den miserablen Alltagsbedingungen in Pakistan zuzuschreiben, wo Verbrechen an der Tagesordnung sind – trotz der drohenden Todesstrafe.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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