zurück zur Übersicht

08.10.2008 | Presseerklärung der Initiative gegen die Todesstrafe e.V.

Den Weg der Menschenrechte und Aufklärung weiter beschreiten - Zweiter Europäischer Tag gegen die Todesstrafe

Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. unterstützt den von der EU geförderten Tag gegen die Todesstrafe am 10.10.2008.

Der Europäische Tag gegen die Todesstrafe hat die nachfolgenden Ziele:

- Die rechtliche Abschaffung der Todesstrafe soll durch Ratifikation des Protokolls Nr. 13 zur Europäischen Menschenrechtskonvention erreicht werden.39 der 47 Mitgliedsstaaten des Europarats haben diese Konvention bislang angenommen.-

Die globale Ächtung der Todesstrafe soll in einem ersten Schritt durch ein weltweites Moratorium der Todesstrafe erreicht werden.- Der Europäische Tag gegen die Todesstrafe soll das Bewusstsein stärken, dass kein Widerspruch zwischen effektiver Verbrechensbekämpfung und dem Eintreten für eine humane Staatsjustiz besteht.

Hinreichend dokumentiert sind die faktischen Ungerechtigkeiten der Todesstrafe, etwa die Verurteilung Unschuldiger, die Verurteilung aufgrund von rassistischen Vorurteilen, die Benachteiligung sozial Schwächerer etc. Auch die Lebensumstände eines zum Tode verurteilten Menschen, die ständige Bewusstheit des zukünftigen Getötet-Werdens, die oft unmenschlichen, zumeist isolatorischen Haftbedingungen stellen eine grausame Bestrafung dar. Ferner wird die kriminologische Ineffektivität der Todesstrafe in zahlreichen Untersuchungen belegt.

Ist die Todesstrafe allein wegen dieser Aspekte schon gegen jede Gerechtigkeit, Vernunft und Humanität, muss wiederholt betont werden, dass sie vor allem einen Angriff auf die Unantastbarkeit der menschlichen Würde darstellt. Sie stellt in ihrer Absolutheit die ultimative Verletzung der Menschenrechte dar.

Die Todesstrafe degradiert das Individuum Mensch zum Objekt staatlicher Gewalt.

Der Begriff der Menschenwürde ist Ausdruck der Erkenntnis, dass jeder Mensch aufgrund seiner bloßen Existenz einen schützenswerten Wert besitzt. Nur wo die Menschenwürde uneingeschränkt gewährleistet ist, kann man von einem gleichberechtigten und freiheitlichen Gemeinwesen sprechen.

Insofern gilt es den Weg der Aufklärung und Menschenrechte über die Grenzen Europas hinaus konsequent weiterzubeschreiten!

Gez. Susanne Cardona

Vorsitzende

Initiative gegen die Todesstrafe e.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht