zurück zur Übersicht

16.11.2008 | Trend zeigt, dass Geschworene von der Todesstrafe abrücken

Vor 10 Tagen hatte eine Jury in New Hampshire John Brooks zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt, ihm damit die Todesstrafe erspart. Für die Geschworenen war dies ein emotionsgeladenes Erlebnis, zu schmerzhaft, um darüber zu auch nur zu sprechen, wie manche von ihnen am Telefon sagten.

Nach Richard Dieter vom Death Penalty Information Center beweist das Urteil gegen Brooks einen seit 10 Jahren anhaltenden Trend, die Todesstrafe weniger zu verhängen. Wurden 1998 in den USA noch 306 Menschen zum Tode verurteilt, so waren dies im letzten Jahr nur noch 110 Menschen.

In New Hampshire wurde seit 1939 niemand mehr hingerichtet, das letzte Todesurteil wurde 1959 ausgesprochen.

Richard Dieter sagt, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Todesurteil ausgesprochen wird, abnimmt, wenn andere Wahlmöglichkeiten, wie z.B. lebenslängliche Haft ohne die Möglichkeit auf Entlassung auf Bewährung, geboten werden.

30 Jahre der Erfahrung mit Todesstrafenfällen zeigen lt. Dieter auch, dass Geschworene wesentlich öfter einen schwarzen Menschen zum Tode verurteilen, der einen Weißen ermordet hat als anders herum. Seit 1976 wurden landesweit 229 schwarze Verurteilte (mit weißen Opfern) hingerichtet, während nur 15 weiße Verurteilte hingerichtet wurden, deren Opfer schwarz waren.

Albert Scherr, Professor am Franklin Pierce Law Center in Concord führt außerdem aus, dass es schwieriger für Staatsanwälte wird, die Todesstrafe in einem Fall durchzusetzen, wenn in einem Staat wenige Menschen zum Tod verurteilt werden. 'Je öfter man Menschen hinrichtet, desto mehr wird dies Teil der Kultur.'

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht