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17.04.2008 | USA: Oberste US-Richter erklären Todesspritze für zulässig

Washington - Die höchsten US-Richter wiesen eine Klage zweier Todeskandidaten aus dem US-Bundesstaat Kentucky ab und haben die Hinrichtung per Giftspritze per Grundsatzurteil für rechtens erklärt.

Die beiden Kläger hatten unter Verweis auf den achten Verfassungszusatz, der 'ungewöhnliche und grausame' Bestrafungen verbietet, gegen den Einsatz des Giftcocktails geklagt. Die Todesspritze verstoße allerdings nicht gegen die Verfassung, urteilten die Richter - mit einer klaren Mehrheit von sieben zu zwei Stimmen.

 Das Urteil kam überraschend früh - ursprünglich hatten Beobachter erst im Sommer mit einer Entscheidung gerechnet. Um den Beschluss des Obersten Gerichtshofs abwarten zu können, hatten alle US-Bundesstaaten ihre Hinrichtungen gestoppt. Seit September ist daher kein Verurteilter in den USA mehr exekutiert worden. Wann die Hinrichtungen wieder aufgenommen werden, ist noch unklar.

 Die 1977 eingeführte Todesspritze besteht aus drei Chemikalien: die erste betäubt den Hinrichtungskandidaten, die zweite lähmt seine Muskulatur, die dritte schließlich bringt das Herz zum Stillstand. Verläuft die Injektion planmäßig, wird der Verurteilte rasch bewusstlos und stirbt binnen weniger Minuten. Wird allerdings die erste Chemikalie nicht richtig verabreicht, können die beiden anderen Wirkstoffe zu furchtbaren Qualen und einem regelrechten Todeskampf führen. Mehrere Hinrichtungen, bei denen genau dieser Fall eintrat, lösten weltweit Entsetzen aus.  

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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