zurück zur Übersicht

29.11.2009 | China: Zwei Männer wegen Kinderhandel hingerichtet

Der chinesische Volksgerichtshof gab bekannt, dass die Männer Hu Minghua, 55, und Su Binde, 27, am Donnerstag Morgen hingerichtet wurden.

Die Männer waren wegen Entführung und Verkauf von Kindern zum Tode verurteilt worden.

Menschenhandel kann in China mit dem Tode bestraft werden, doch die Entführer werden nur selten zum Tode verurteilt, obwohl der Handel mit Kindern in den letzten Jahren anstieg. Die Hinrichtung am Donnerstag ist als Zeichen zu sehen, dass die Behörden nun stärker versuchen, gegen den Kinderhandel anzugehen.

Herr Hu wurde für schuldig befunden, vom April 1999 bis Oktober 2005 neun Kinder entführt und verkauft zu haben. Fünf der Kinder, alles Jungen im Alter von 3 bis 6 Jahren, wurden ihren Familien zurückgegeben, die Eltern der anderen Kinder konnten nicht gefunden werden.

Herr Su hatte zwischen September 2005 und Juli 2006 sechs Kinder entführt. Fünf der Kinder konnten von der Polizei gefunden werden, eines jedoch bisher noch nicht.

Der Handel mit Kindern ist ein lukratives Geschäft in China, einem Land, in dem traditionell männliche Erben bevorzugt werden und eine restriktive ein-Kind-Politik betrieben wird. Männliche Säuglinge werden auf dem Schwarzmarkt zu einem höheren Preis, ca. 2900 Euro. Mädchen und Frauen werden auch entführt und oft als Arbeiterinnen oder Bräute für unverheiratete Söhne missbraucht.

Die Zahl der Opfer kann nur schwer geschätzt werden; laut Aussage der Polizei werden jährlich 30.000 bis 60.000 Kinder vermisst, aber es ist nicht bekannt, wie viele dieser Kinder gekidnappt wurden. Der chinesische Volksgerichtshof sagte, dass in den ersten 10 Monaten dieses Jahres 1714 Menschen wegen Entführung und Handel mit Kindern verurteilt wurden. Seit April rettete die Polizei 2008 entführte Kinder. Sie errichtete eine erste Webseite mit den Photos von 60 Kindern deren Eltern bisher nicht gefunden wurden. Ein paar der Kinder auf dieser Seite konnten bereits wieder mit ihren Familien zusammengeführt werden.
(Quelle: Times Online)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht