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28.07.2009 | Drei Hinrichtungen in Japan

Wie der Justizminister des Landes bekannt gab, wurden in Japan am Dienstag drei Männer gehängt.

Hiroshi Maeue, 40, wurde in Osaka hingerichtet. Er wurde für schuldig befunden, drei Menschen, darunter einen 14-Jährigen, getötet zu haben, die er einzeln auf einer Internetseite kennen lernte, auf der sich Menschen zusammenfinden, die Selbstmordpakts abschließen möchten. Maeue gab vor, sich gemeinsam mit seinen Opfern durch Kohlenmonoxidvergiftung töten zu wollen und lockte sie damit in einen Van auf einem Parkplatz. Dort fesselte er ihnen Hände und Füße und erwürgte dann seine Opfer. Er gab zu, sexuelles Vergnügen daran zu finden, Menschen beim Ersticken zuzusehen.

Yukio Yamaji, 25, wurde auch in Osaka hingerichtet. Er wurde für schuldig befunden, im Jahr 2005 zwei Schwestern vergewaltigt und danach erstochen zu haben. Dann stahl er das Geld der Opfer und setzte ihre Wohnung in Brand.

Der chinesische Staatsbürger Chen Detong, 41, wurde in Tokio hingerichtet. Er wurde für schuldig befunden, im Jahr 1999 in Kawasaki drei seiner Landsleute ermordet und drei weitere verletzt zu haben.

Japan ist, außer den Vereinigten Staaten, die einzige Industrienation, die an der Todesstrafe festhält. Die Zustimmung zur Todesstrafe im Land ist überwältigend.

Trotz internationaler Proteste, vor allem auch, da Japan Gefangene ohne Vorwarnung hängt, hat das Land die Zahl der Hinrichtungen in den letzten Monaten erhöht. Im letzten Jahr wurden in Japan 15 Menschen hingerichtet, die höchste Zahl seit 1975. Damals wurden 17 Menschen hingerichtet.

Die heutigen Hinrichtungen sind auch im Hinblick darauf zu sehen, dass die konservative Regierungspartei Liberal Democratic Party am 30. August zur Wiederwahl ansteht. Die Opposition hatte angekündigt, im Falle einer Machtübernahme 'eine landesweite Debatte über die Todesstrafe anzuregen'.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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