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01.06.2009 | Mann geköpft und gekreuzigt

Saudi Arabien: Am 1. Juni wurde Ahmed bin 'Adhaib bin 'Askar al-shamlani al-'Anzi auf einem Platz in Riyadh gesteinigt und seine Leiche danach gekreuzigt.

Al-Anzi wurde für schuldig befunden, seinen Vater und seinen Sohn entführt und ermordet zu haben. Außerdem wurde wegen 'Luwat' (homosexuellem Geschlechtsverkehr), Besitz von sexuell eindeutigen Materialen und Erhebens einer Waffe gegen Sicherheitskräfte, die ihn verhaften wollten, verurteilt.

Gerichtsverhandlungen in Saudi-Arabien erreichen laut Amnesty International internationale Standards bei Weitem nicht. Sie finden normalerweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne adäquate rechtliche Vertretung statt. Verurteilungen basieren oft auf 'Geständnissen', die unter Zwang, bis hin zur Folter oder anderer schlechter Behandlung während Isolationshaft, abgelegt wurden. Menschen, die zum Tode verurteilt werden, sind oft über den Ablauf der rechtlichen Verfahren gegen sie oder den Tag ihrer Hinrichtung nicht informiert. Von ihrer Hinrichtung erfahren sie erst am Morgen, wenn sie aus der Zelle geholt und geköpft werden.

Amnesty International zählte im Jahr 2008 insgesamt 102 Hinrichtungen in Saudi-Arabien. Durch die Geheimhaltung im Justizsystem des Landes ist es nicht möglich zu sagen, wie viele zum Tode verurteilt wurden, doch Amnesty International weiss von mindestens 136 Menschen, von denen man glaubt, dass sie auf ihre Hinrichtung warten.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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