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01.12.2009 | Nordkorea: Todesstrafe für Mundraub?

Die Regierung Nordkoreas hat das Strafrecht des Landes radikal verschärft: Da der Hunger unter der Bevölkerung zu höheren Raten von Lebensmitteldiebstahl führte, kann Diebstahl, selbst der eines halben Sacks Reis, nun mit dem Tode bestraft werden. Bekannt wurde dies durch Berichte von Landesflüchtlingen.

Das Strafrecht selbst wurde nicht wirklich verändert, jedoch wurde ein Zusatz hierzu veröffentlicht, der zusätzliche Strafen für Delikte, bis bereits strafbar waren, zulässt. So führt heute zum Beispiel Schmuggeln oder Geldfälschung auf direktem Wege zum Schafott. Bis zum letzten Jahr wurden diese Delikte mit einer ein- bis zehnjährigen Haftstrafe bestraft. Der Zusatz ist bereits aus dem Jahr 2007, wurde allerdings erst in den letzten Tagen veröffentlicht.

Wie die Landesflüchtlinge sagen, war die Regierung bisher nicht überzeugt, dass man diesen Zusatz tatsächlich erlassen müsse. Nach der Hungersnot im letzten Jahr und besonders durch die Einstellung der internationalen humanitären Hilfe wegen der durchgeführten Nukleartests, ist ein dramatischer Anstieg von Straftaten zu verzeichnen. Wie eine ungenannte Quelle sagte, spreche die Statistik von einem 40%-igen Anstieg, 'berücksichtige aber nicht die Tatsache, dass der Diebstahl von auch nur einer Schüssel Reis nun als schwerwiegendes Verbrechen gesehen werde.'

Als weitere Abschreckungsmaßnahme entschied die nordkoreanische Regierung, die Anzahl öffentlicher Hinrichtungen zu erhöhen und die Bevölkerung wird von Sicherheitskräften dazu gezwungen, hierbei zuzusehen. Weiterhin können nach dem neuen Zusatz zum Strafgesetz bei empörenden Straftaten Hinrichtungen ohne ordentliches Gerichtsverfahren durchgeführt werden.
(Quelle: Spero News)
http://www.speroforum.com/site/article.asp?idCategory=33&idsub=122&id=23367&t=North+Korea%3A+Death+penalty+for+food+scavengers

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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