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07.01.2009 | Staatsanwaltschaft von New Orleans kann vielleicht ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen

Der neue Bezirksstaatsanwalt von New Orleans, Leon Cannizzaro, warnt, dass sein Büro vielleicht Gläubigerschutz beantragen müsse, da die Staatsanwaltschaft es sich nicht leisten kann, John Thompson die ihm gerichtlich zugesprochene Kompensationszahlung von 15 Millionen Dollar zu zahlen. John Thompson saß 18 Jahre unschuldig im Todestrakt von Louisiana.

Der Zivilprozess um die Kompensationszahlung für John Thompson läuft bereits seit fünf Jahren. Im letzten Monat bestätigte ein Berufungsgericht das Urteil, nach dem Thompson dies Geld zusteht. Cannizzaro, der den Fall von seinem Vorgänger übernommen hat, sagte, sein Büro würde alle Berufungsmöglichkeiten ausschöpfen, bevor sie sich entscheiden würden, ob sie Insolvenz anmelden sollen.

Alan Goodman, ein Anwalt, der früher an der juristischen Fakultät von Tulane einen Insolvenzkurs gelehrt hatte, meinte hierzu, dass Vermögenswerte in einem Insolvenzverfahren der von Cannizzaro angestrebten Art nicht aufgelöst würden, doch es könne theoretisch dem Kreditrating des Staates schaden.

'Der einzige Vorteil liegt darin, dass man das Unvermeidliche, die Schuld zurückzahlen zu müssen, aufschiebt', sagte Goodman. Er hält das Ganze für reine Verhandlungstaktik. Auch der Anwalt von John Thompson hält dies für möglich.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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