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22.09.2009 | Texas: Christopher Coleman, 37, hingerichtet

Christopher Coleman wurde wegen eines Hinterhaltes, in dem am 14. Dezember 1995 drei Menschen erschossen wurden, zum Tode verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte während des Prozesses, dass ein anderer Mann, Enrique Andrade Mosquera, den Mord wegen einer Drogenschuld in Auftrag gegeben hatte. Statt seine Schuld zu bezahlen, heuerte Mosquera Coleman und einen dritten Mann, Derrick Graham, als Schützen an und arrangierte ein Treffen mit den Opfern in einer ruhigen Houstoner Straße um 2 Uhr nachts. Die Opfer wurden in ihrem Auto erschossen.

Elsy 'Daisy' Prado wurde verletzt, aber überlebte die Schüsse. Sie identifizierte Coleman als den eigentlichen Schützen.

Die Todesopfer waren Elsys schlafender 3-jähriger Sohn Danny Giraldo, ihr Bruder Hurtado Heinar Prado und ihr Freund Jose Garcia.

Colemans Anwälte sind überzeugt, dass die Hauptbelastungszeugin, Prada, nicht glaubwürdig ist. Während der vergangenen Jahre und Tagen erhielten sie sowohl von ihr als auch von Mosquera eidesstattliche Erklärungen, dass sie früher eine Beziehung hatten. Beide sind aus der gleichen Stadt in Colombia. Während des Prozesses sagte Prada aus, dass ihr alle Männer fremd seien. Im Jahr 2007 gab sie jedoch zu, dass sie Mosquera kenne, sie seien jedoch nur Bekannte. Mosquera sagte, dass ihre Beziehung darüber hinaus ging und sie gemeinsam Drogengeschäfte getätigt hatten. Die Anwälte Colemans sind überzeugt, dass die Geschworenen die Aussage Pradas vielleicht mit Skepsis betrachtet hätten, wenn sie alle Tatsachen gekannt hätten.

Mosquera und Graham wurden zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte zwar auch gegen Mosquera die Todesstrafe gefordert, da sie überzeugt war, dass Mosquera für Colemans Taten verantwortlich war, doch die Geschworenen konnten sich nicht einigen. Daher erhielt Mosquera lebenslänglich.

Die ehemalige Staatsanwältin Luci Davidson sagt, dass es andere unwesentlichere Beweise für Coleman als Schützen gab. Der Staat hätte die Todesstrafe nicht gefordert, wären sie davon überzeugt gewesen, dass er der Schütze war.

Bei der Hinrichtung waren keine Zeugen, weder von Opfer- noch von Täterseite, zugegen. Coleman wurde um 18.22 Uhr Ortszeit für tot erklärt.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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