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05.11.2009 | Texas: Khristian Oliver, 32, hingerichtet

Khristian Oliver wurde für schuldig befunden, im Jahr 1998 einen Mann aus dem Osten Texas’ mit dem Gewehr erschossen zu haben. Hierfür erhielt er die Todesstrafe und wurde am 5. November hingerichtet.

In den ersten Berufungsverhandlungen argumentierten die Anwälte Olivers, dass die Geschworenen im ursprünglichen Verfahren ordnungswidrig und ohne Wissen des vorsitzenden Richters eine Bibel zu Urteilsfindung zu Hilfe genommen hatten. Sie brachten das Gewehr, das Oliver für den Mord benutzt hatte, mit einem biblischen Objekt in Verbindung: In 4. Mose 35,16 steht: 'Wer jemand mit einem Eisen schlägt, daß er stirbt, der ist ein Totschläger und soll des Todes sterben.'

Olivers Berufungsanwalt, David Dow, sagte, es sei nichts Falsches daran, dass jemand seine religiösen Werte mit in den Geschworenenraum nehme, doch müssten Geschworene sehr darauf achten, dass sie bei der Verurteilung eines Mörders dem Gesetz von Texas folgen und nicht religiösen Gesetzen.

Doch sowohl staatliche als auch Bundesgerichte lehnten es ab, aufgrund der Tatsache, dass bei der Urteilsfindung die Bibel zu Hilfe genommen wurde, Oliver ein neues Verfahren zuzusprechen.

In seinen letzten Worte sagte Oliver zu Kindern seines Opfers: 'Ich weiss, dass Ihr nicht den Abschluss bekommen werdet, den Ihr sucht.' 'Ich wünsche Euch das Beste.' Er sagte, er habe für sie jeden Tag und jede Nacht gebetet. Danach sagte er zu seinen Eltern, er liebe sie und begann den Psalm 23, 'Der Herr ist mein Hirte' zu rezitieren.

Während er sprach begannen die tödlichen Drogen zu fließen. Khristian Oliver wurde um 18.18 Uhr Ortszeit für tot erklärt.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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