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25.01.2009 | Texas lässt Brandstiftungsfall nochmals untersuchen

Am 17. Februar 2004 wurde Cameron Todd Willingham in Texas hingerichtet. Er wurde für schuldig befunden, 1991 ein Feuer in seinem Haus gelegt zu haben, in dem seine drei kleinen Töchter umkamen. Während des Prozesses, im Todestrakt und bis zu seinem Tod auf der Hinrichtungsliege sagte Willingham, er sei unschuldig und das Feuer sei durch einen von ihm unverschuldeten Unfall ausgebrochen.

Im Jahr 2004 hatte die Chicago Tribune vier von einander unabhängige Experten beauftragt, den Fall zu untersuchen. Alle vier kamen zu dem Ergebnis, dass das Feuer wahrscheinlich eher ein Unfall als Brandstiftung war. Fast zwei Jahre später kamen vier weitere Experten für Brandstiftung, diesmal beauftragt vom Innocence Project, zu einem ähnlichen Ergebnis und sagte, der Staat Texas habe Willingham auf Grund von forensischen Beweisen, die nicht mehr als aktueller Stand der Wissenschaft galten, hingerichtet.

Das Innocence Project legte bei der 2005 gebildeten staatlichen Forensikkommission Beschwerde ein. Diese hat nun bei Craig Bayler, einem staatlich anerkannten Brandstiftungsexperten, eine Nachuntersuchung des Falls in Auftrag gegeben.

Es ist nicht sicher, dass Bayler, selbst wenn er zur Auffassung gelangen sollte, dass die in Willingham’s Prozess benutzten Beweise nicht mehr als gültig zu erachten sind, so weit gehen wird zu sagen, Willingham sei unschuldig hingerichtet worden, dennoch wäre dies ein deutliches Zeichen für dessen Unschuld.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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