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01.10.2009 | Texas: Perry setzt Leiter des kriminaltechnischen Ausschusses ab

wei Tage vor einer für den morgigen Freitag angesetzten öffentlichen Anhörung des Brandsachverständigen Beyler setzte Gouverneur Perry überraschend den Leiter des texanischen kriminaltechnischen Ausschusses sowie zwei weitere Ausschussmitglieder ab.

In seinem Bericht zu der vom Ausschuss angeordneten Untersuchung zu dem Feuer, für das Todd Willingham wegen Brandstiftung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, kam Beyler zu dem Ergebnis, es habe keine Beweise gegeben, wonach der Brand im Dezember 1991 überhaupt vorsätzlich gelegt wurde, und es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass das Feuer, bei dem drei Kinder ums Leben kamen, ein Unglücksfall gewesen sei und überhaupt keine Straftat vorgelegen habe. Beyler schrieb in seinem Bericht, Feststellungen des Branddirektors seien 'nichts als eine Sammlung persönlicher Meinungen, die überhaupt nichts mit wissenschaftlich fundierten Branduntersuchungen zu tun haben'.

Morgen sollte die öffentliche Anhörung zu diesem Bericht erfolgen, doch durch die Absetzung des Ausschussleiters, Sam Bassett, wurde auch die Anhörung abgesagt. Die Begründung von Bradleys Nachfolger John Bradley hierzu war, er habe nicht genügend Zeit, sich vorher mit dem Fall vertraut zu machen.

Abgesehen von der Absetzung Sam Bassetts verlängerte Gouverneur Perry auch die Amtszeiten von Alan Levy, Leiter der Strafkammer der Staatsanwaltschaft des Tarrant County, und Aliece Watts, Qualitätsbeauftragte der Integrated Forensic Laboratories, nicht.

Bassett sagte gegenüber der Presse, er sei enttäuscht über das Timinig des Gouverneurs, 'Wir haben einige gute Arbeit geleistet. Dies hat es unterbrochen,' sagte er. 'Ich habe Bedenken, dass die gute Arbeit durch den Wechsel gestoppt wird.' Bassett fügte jedoch hinzu, er sei optimistisch, dass die neu zusammengestellte Kommission die Untersuchung des Fall Willingham weiterführen würde.

Perrys Entscheidung, die seit 4 Wochen abgelaufenen Amtszeiten der 3 Kommissionsmitglieder gerade jetzt zu beenden, führte bereits zu einigen Vermutungen in der amerikanischen Presse. So wird hier auch der Vergleich gezogen mit dem Versuch Nixons, einen Staatsanwalt, der die Watergate-Affaire untersuchte, zu verdrängen.
(Quelle: chron.com)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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