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07.10.2009 | USA: Drei ursprünglich zum Tode verurteilte Männer entlastet

Michael Toney (Nr. 136), Texas Verurteilung 1999, Verfahren eingestellt 2009

Toney wurde am 2. September auf freien Fuß gesetzt, nachdem der Bundesstaat die Anklage gegen ihn fallen gelassen hatte; Toney soll 1985 drei Menschen mit einer Bombe getötet haben.

Seine Verurteilung wurde am 17. Dezember 2008 vom Berufungsgericht für Strafsachen in Texas aufgehoben, da die Anklage Beweise zur Glaubwürdigkeit der einzigen beiden Belastungszeugen zurückgehalten hatte. Aufgrund der Feststellung dieses Amtsmissbrauchs erklärte sich das Büro des Staatsanwalts von Tarrant County für befangen. Das Büro des Justizministers, das in Folge des Ausscheidens der Staatsanwaltschaft in dieser Sache eingeschaltet worden war, ließ die Anklage gegen Toney im September 2009 fallen.

Toney hatte stets seine Unschuld beteuert.

Der Fall konnte 14 Jahre lang nicht aufgeklärt werden, bis ein Gefängnisinsasse den Behörden gegenüber aussagte, Toney habe die Tat gestanden. Dieser Häftling widerrief später seine Aussage, er habe dadurch nur seine eigene vorzeitige Entlassung erreichen wollen.

Der Bundesstaat meldete, er werde seine Ermittlungen der Morde weiterführen.

Michael Toney starb einen Monat nach seiner Freilassung am 3. Oktober 2009 in Texas bei einem Autounfall.

(Nr. 137) und (Nr. 138), Oklahoma
Verurteilung 1997, Verfahren eingestellt 2009

Staatsanwalt David Prater ließ die Anklage fallen gegen Yancy Douglas, 35 Jahre, und Paris Powell, 36, nachdem der Hauptbelastungszeuge für unglaubwürdig befunden wurde. 'Moralisch betrachtet und auch von Amts wegen hätte ich diesen Fall nicht weiter verfolgen können, ich musste ihn abweisen', sagte Prater.

Vermutlich war eine der eigentlichen Zielpersonen bei der Schießerei Derrick Smith, Mitglied einer gegnerischen Straßengang und Hauptbelastungszeuge. Ein Bundesberufungsgericht stellte 2006 fest, die Anklageseite habe mit Smith einen Deal vereinbart, was den Verteidigern jedoch nicht mitgeteilt wurde und nun die Aufhebung der Verurteilung zur Folge hatte. Im erstinstanzlichen Prozess hatte Smith gegen Powell und Douglas ausgesagt, später jedoch eingeräumt, er habe nicht gesehen, wer tatsächlich auf ihn geschossen hat, dass er in jener Nacht betrunken war und unter Drogen stand und nur deswegen eine Zeugenaussage gemacht habe, weil die Ankläger ihm eine höhere Haftstrafe angedroht hätten.

Der Staatsanwalt fügte hinzu: 'Wir gelangten alle zur Überzeugung, dass wir ohne Derrick Smith nichts in der Hand hätten, die Tat ohne berechtigten Zweifel nachweisen zu können.'

Powells Verteidiger Jack Fisher sagte, sein Mandant habe stets seine Unschuld beteuert und seine Freilassung nun sehe er 'mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sie hätte schon vor langer Zeit erfolgen müssen. Es ist bedauerlich, dass er 16 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbringen musste. Unter dem Strich lässt sich sagen, dass es keinerlei Beweise für seine Schuld gab. Die Aussage, die zu seiner Verurteilung führte, war falsch.'

Yancy Douglas und Paris Powell wurden am Freitag aus dem Gefängnis entlassen.
(Quelle: Death Penalty Information Center)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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