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24.09.2010 | Virginia: Teresa Lewis hingerichtet

Als erste Frau in fast einem Jahrhundert wurde gestern Abend die 41-jährige Teresa Lewis in Virginia hingerichtet.

Lewis wurde wegen Anstiftung zum Mord an ihrem Ehemann Julian Clifton Lewis Jr. und Stiefsohn Charles zum Tode verurteilt. Die Morde wurden von Matthew Shallenberger und Rodney Fuller im Jahr 2002 ausgeführt. Beide Männer wurden zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Lewis' Stiefsohn Charles hatte, als er ins Militär eintrat, eine Lebensversicherung abgeschlossen. Begünstigter war sein Vater Julian. Im Fall des Todes von beiden Männern würde Teresa Lewis das Geld aus der Versicherung erhalten. Laut Ansicht der Staatsanwaltschaft war dies das Motiv für die Morde.

Lewis selbst sagte aus, der Teufel habe ihr gesagt, sie solle die Männer ermorden, während in der Mordnacht selbst Jesus ihr gesagt habe, sie solle dies nicht geschehen lassen.

Menschen weltweit hatten sich vor der Hinrichtung für eine Umwandlung des Urteils von Teresa Lewis eingesetzt. Lewis hatte einen IQ von 72 – nur 2 Punkte über dem Wert, der nach Ansicht des US-Supreme Court so niedrig ist, dass ein Mensch nicht mehr hingerichtet werden darf. Nach Aussagen ihrer Anwälte litt sie außerdem unter dem Borderline-Syndrom. Es gab Vermutungen, dass Shallenberger, der sich selbst vor einigen Jahren im Gefängnis das Leben genommen hatte, sie von der Tat überzeugte.

Lewis verbrachte ihren letzten Tag in der Gesellschaft ihrer Familie, geistlichem Beistand und Unterstützern.

Teresa Lewis wurde um 21.13 Uhr Ortszeit für tot erklärt.
(Quelle: New York Daily News)

Anmerkung:
Hinrichtungen von Frauen in den USA sind sehr selten. Obwohl ca. 10-12% der schweren Morde in Amerika von Frauen begangen werden, waren vom 1.1.1973 bis 30.6.2009 von 8118 Todesurteilen gesamt, nur 165 an Frauen (ca. 2%). Von insgesamt 1168 Hinrichtungen im gleichen Zeitraum, waren 11 an Frauen.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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