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21.09.2009 | Weiterer Hinrichtungsaufschub für Romell Broom

Am letzten Dienstag hatte der Staat Ohio vergeblich versucht, Romell Broom mit der Giftspritze hinzurichten: Nachdem das Hinrichtungsteam über zwei Stunden lang vergeblich versucht hatte, eine Infusion zu legen, verschob der Gouverneur des Staates die geplante Hinrichtung um eine Woche.

Am Freitag reichte einer der Anwälte Brooms sowohl beim staatlichen als auch beim Bundesgericht Klage gegen diese Hinrichtung ein mit Begründung, ein erneuter Hinrichtungsversuch verstoße gegen den achten Verfassungszusatz, der grausame und unübliche Strafen verbietet. Bundesrichter Gregory L. Frost gewährte daraufhin Broom einen weiteren, mindestens 10 Tage andauernden, Hinrichtungsaufschub. Der Anwalt, Tim Sweeney, hat auch beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten Berufung eingelegt.

Rechtsexperten sagen, dass in der Geschichte der USA nur ein Mann zwei Mal hingerichtet wurde. 1946 stand der 17-jährige Willie Frances von Louisianas 'Grausamer Gertie' nachdem einen Stromschlag von 2500 Volt durch seinen Körper gegangen war, auf. Auch damals stellte sich die Frage, ob man ihn nochmals hinrichten könnte oder, ob dies eine grausame und unübliche Strafe oder Doppelbestrafung sei. Der Oberste Gerichtshof entschied damals, dass man ihn rechtmäßig nochmals hinrichten könne und eine zweite Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl tötete ihn drei Tage nach dem ersten Versuch.
(Quelle: Los Angeles Times)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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