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23.09.2010 | Iran wirft den USA Doppelmoral wegen geplanter Hinrichtung einer Frau vor

Sakineh Mohammadi Ashtianis Todesurteil wegen Ehebruchs verglichen mit Virginias Plänen Teresa Lewis hinzurichten

Der Iran beschuldigte die USA der Menschenrechtsverletzungen wegen der Pläne Virginias eine Frau hinzurichten obwohl es Behauptungen gibt, sie habe schwere Lernprobleme.

Die staatlichen iranischen Medien berichten sehr extensiv über den Fall von Teresa Lewis, die heute wegen Anstiftung zum Mord an ihrem Ehemann und Stiefsohn hingerichtet werden soll. Die beiden Männer, welche die Morde tatsächlich ausführten, wurden zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt.

Der Menschenrechtsausschuss des iranischen Parlaments sagte, ihr fall zeige die "Doppelmoral" der amerikanischen Regierung und verglich ihren Fall mit dem Fall der 43-jährigen Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani, die wegen Ehebruchs zum Tode durch Steinigung verurteilt wurde.

Hossein Haghavi, ein iranisches Parlamentsmitglied und Sprecher des Menschenrechtsausschusses sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Fars, sie würden eine offizielle Beschwerde gegen die USA einreichen, falls die Hinrichtung von Frau Lewis durchgeführt würde. Mehrere iranische Parlamentsmitglieder drückten Sorge wegen der geplanten Hinrichtung aus und baten die USA, das Todesurteil von Frau Lewis umzuwandeln.

Amerika war eines der vielen Länder, die ihre Empörung über den Fall Ashtiani ausdrückten und die iranische Regierung damit in Verlegenheit brachten. Mittlerweile ist das Steinigungsurteil gegen Frau Ashtiani ausgesetzt, doch sie befindet sich noch immer im Gefängnis und ihre Familie fürchtet um ihr Leben.

Der Gouverneur von Virginia, Robert McDonnell, lehnte das Gnadengesuch von Teresa Lewis ab. Ihre letzte Chance ist nun eine Berufung am amerikanischen Supreme Court.

Nach Angaben ihrer Anwälte hat sie einen IQ von 72. Nach einer Entscheidung des amerikanischen Supreme Court, darf eine Person mit einem IQ unter 70 nicht hingerichtet werden.

Iranische Zeitungen hoben die Ähnlichkeiten zwischen den Fällen Ashtiani und Lewis hervor. Beide waren beschuldigt worden, außereheliche Beziehungen zu haben. Iranische Parlamentsmitglieder kritisierten die USA, dass Lewis ein Todesurteil erhielt während die eigentlichen Mörder lediglich zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden.

Die Nachrichtenagentur Fars schrieb über Lewis: "An ihrem Hinrichtungstag wird sie ein besseres Land, dessen Richter auf ihr Volk hören statt sich in die internen Belange anderer Länder einzumischen."
(Quelle: The Guardian)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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