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17.05.2010 | Jährlich Hunderte wegen Drogendelikten hingerichtet

Laut einem am Montag veröffentlichten Bericht der International Harm Reduction Association werden jährlich Hunderte von Menschen wegen Drogendelikten hingerichtet, nimmt man die Zahlen der Länder, die keine Daten zur Todesstrafe veröffentlichen, dazu, dann übersteigt diese Zahl wahrscheinlich 1000.

Seit den 1980ern sei die Zahl der Länder, die die Todesstrafe anwenden, gesunken. Gleichzeitig seit aber die Zahl der Länder, die die Todesstrafe auf Drogendelikte ausweiten, gestiegen. Dieser Trend scheint sich aber umzukehren oder sei zumindest gestoppt.

Im Vorwort des Berichts schreibt Roger Hood der Universität Oxford, dass sogar Malaysia und Singapur, die schon immer viele Menschen wegen Drogendelikten hingerichtet hätten, die Anzahl der Hinrichtungen pro Jahr stark reduziert hätten.

Von den 32 Staaten weltweit, die die Todesstrafe für Drogendelikte zulassen, seien China, Iran, Saudi Arabien, Vietnam, Singapur und Malaysia in dieser Richtung am Aktivsten.

Obwohl China seine Daten zur Todesstrafe geheim hält, vermutet man, dass hier mehr Menschen hingerichtet werden als im Rest der Welt zusammen. Die strikte Anti-Drogen-Politik des Landes lassen vermuten, dass ein großer Teil der Hinrichtungen wegen Drogendelikten geschehen.

Auch in anderen Ländern wie z.B. dem Iran wird ein großer Teil der Hinrichtungen wegen Drogenvergehen durchgeführt. Im Iran wurden 172 Menschen im Jahr 2009 hingerichtet. Drogenvergehen werden oft an den Revolutionsgerichten verhandelt.

Auch in Ägypten, Vietnam, Nord Korea, Kuba und anderen Ländern wurden Bedenken wegen der Verfahrensstandards geäußert.

In Saudi Arabien hätten Menschenrechtsbeobachter z.B. begründete Besorgnis wegen der hohen Anzahl von Ausländern geäußert, die von der Todesstrafe bedroht sind, so der Bericht. Im Jahr 2007 hätte es sei bei 36 der insgesamt 40 wegen Drogenvergehen hingerichteten Menschen um Ausländer gehandelt, im Jahr 2008 waren dies 17 von insgesamt 22. Die Hingerichteten waren aus dem Irak, Pakistan, Indien, Thailand, Nigeria, Afghanistan, Syrien und Jordanien.
(Quelle: AP)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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