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29.07.2010 | Japan: Zwei Gefangene hingerichtet

Am Mittwoch wurden zwei Gefangene in Japan gehängt. Dies waren die ersten Hinrichtungen seit im September des letzten Jahres die Demokratische Partei die Regierung des Landes stellt.

Bei den Hingerichteten handelt es sich laut Auskunft des Justizministeriums um den 59-jährigen Kazuo Shinozawa, der im Jahr 2000 des Mordes an sechs weiblichen Angestellten eines Juweliers in Utsunomiya, Verwaltungsbezirk Tonchigi, für schuldig befunden wurde und um den 33-jährigen Hidenori Ogata, der im Jahr 2003 im Verwaltungsbezirk Saitama einen Mann und eine Frau getötet und zwei weitere Menschen schwer verletzt hatte.

Justizministerin Keiko Chiba sagte, sie habe den Hinrichtungen beigewohnt. "Ich war heute bei den Hinrichtungen anwesend, da ich glaube, dass es meine Pflicht ist, (den Ablauf) als die Person, die es angeordnet hat, von Anfang bis Ende zu begleiten", sagte sie in einer Pressekonferenz. Laut Chiba was dies wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Justizminister einer Hinrichtung beiwohnte.

Sie lehnte ab, über ihre persönliche Meinung zu den Hinrichtungen zu sprechen, drückte aber ihre Bereitschaft aus, zum einen im Justizministerium ein Gremium zu bilden, das die Todesstrafe untersuchen solle und zum anderen, es den Medien zu ermöglichen, die Hinrichtungskammer im Gefängnis von Tokyo zu besuchen.
(Quelle: Japan Today)

Anmerkungen:

Nach Aussage einer japanischen Anwältin zog Ogata seine Berufung beim Hohen Gerichtshof zurück und die Hinrichtung wurde ausgeführt, ohne dass ein höheres Gericht den Fall nochmals überprüfte.

Keiko Chiba hatte vor ihrem Amtsantritt im September 2009 bereits 20 Jahre gegen die Todesstrafe gearbeitet und war bekannt als starke Kritikerin des japanischen Systems, Hinrichtungen im Geheimen durchzuführen. Jeder Hinrichtungsbefehl in Japan muss von der Justizministerin unterzeichnet werden.  

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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