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30.09.2010 | Nevada: Milligans Todesurteil in Haftstrafe zur Bewährung umgewandelt

Im September ordnete ein Richter in Nevada die sofortige Freilassung von Ronnie Milligan an, der über 20 Jahre im Todestrakt verbracht hat.

Der Navy-Veteran Milligan wurde möglicherweise zu Unrecht wegen Mordes an Zolihon Voinski im Jahre 1980 zum Tode verurteilt. Er hatte als einziger der drei Angeklagten in diesem Fall die Todesstrafe erhalten.

Vor vier Jahren erließ der Oberste Gerichtshof von Nevada neue Richtlinien, die die Umstände deutlich enger fassen, welche für das Verhängen der Todesstrafe gegeben sein müssen. Diese Entscheidung des Gerichts setzt den Nachweis von wenigstens zwei erschwerenden Umständen voraus; Milligan gehörte zu den wenigen Häftlingen, die von dieser Neuregelung profitierten.

Des weiteren kamen Zweifel an Milligans Schuld auf, nachdem ein Brief von Ramon Houston auftauchte, der im Prozess als Augenzeuge ausgesagt hatte. Darin gab Houston an, er und nicht Milligan habe Voinski getötet. Des weiteren hieß es dort, Milligan, der im Prozess aussagte, er habe aufgrund von Alkoholkonsum einen Blackout gehabt, sei bei dem Mord gar nicht anwesend gewesen.

Ein weiterer Angeklagter gab eine eidesstattliche Erklärung ab, wonach Milligan bei Voinskis Ermordung nicht vor Ort gewesen sei, außerdem - als sich abzeichnete, dass Milligan sich nicht mehr an den Tag erinnern konnte - hätten die anderen Beteiligten verabredet, ihm den Mord in die Schuhe zu schieben.

Mit Hinweis auf schwerwiegende Vorbehalte hinsichtlich Milligans Schuld wandelte Richter Richard Wagner dessen Urteil in lebenslänglich um, wobei die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könne und legte fest, dass die Freilassung auf Bewährung unmittelbar erfolgen könne.
(Quelle: Death Penalty Information Center)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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