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11.06.2010 | Presseerklärung: Alarmierende Zunahme von Hinrichtungen im Iran

Die im Iran in den letzten Monaten vollstreckten Hinrichtungen verurteilen wir nachdrücklich. Die Zahl der Todesurteile und Hinrichtungen stieg in alarmierender Weise.

Nur einen Tag nach der Hinrichtung von 13 Personen im Gezel Hesar Gefängnis hat das islamische Regime Irans am Dienstag, den 8. Juni, in Teheran wieder fünf Personen hinrichten lassen. Informationen hierzu fanden sich in der regierungsnahen Zeitung Sobehe Emorz. Unter den Hingerichteten waren ein 21-jähriger und zwei 33-jährige Männer, über die anderen Opfer wurden keine Angaben gemacht. Bereits einen Tag später, am 9. Juni, wurde in der Stadt Sarab ein weiterer Mann öffentlich gehängt.

Damit wurden in nur vier Tagen bereits 20 Hinrichtungen durchgeführt, weitere drei Todesurteile wurden in dieser Woche von der iranischen Regierung bestätigt, was bedeutet, dass diese möglicherweise unmittelbar bevorstehen.  Amnesty International spricht bereits von 115 Hinrichtungen in diesem Jahr.

Der Iran befindet sich wegen des Aufrufs zu Massenprotesten zum Jahrestag der Wahlen am Samstag, den 12. Juni, im Ausnahmezustand. Die massive Zunahme von Hinrichtungen kann als Hinweis gewertet werden, dass das Regime so Druck auf die Bevölkerung ausüben und gegen erwartete Aufstände vorgehen will.

In den letzten Monaten wurden Menschen im Iran willkürlich inhaftiert und Todesurteile gegen politisch Andersdenkende ausgesprochen. Dies stellt massive Verletzungen der Menschenrechte dar.

Das Internationale Komitee gegen die Todesstrafe und die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. verurteilen die Hinrichtungen im Iran aufs Schärfste und fordern alle die Menschenrechte achtenden Regierungen auf, eindeutig Stellung zu beziehen, die Hinrichtungen anzuprangern und alle diplomatischen und politischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um auf den Iran einzuwirken, die Todesstrafe abzuschaffen.

Wir fordern die internationalen Medien zu einer verstärkten Berichterstattung über die repressive Hinrichtungspraxis im Iran auf.

Das Internationale Komitee gegen die Todesstrafe und die Initiative gegen die Todesstrafe e.V.  fordern die iranische Regierung auf,  internationale Rechtsstandards zu gewährleisten. Darüber hinaus appellieren wir an den Staat Iran, die Todesstrafe vollständig abzuschaffen und für jeden Menschen das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbriefte Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person zu gewährleisten.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Internationalen Komitees gegen die Todesstrafe
Susanne Cardona, Vorsitzende der Initiative gegen die Todesstrafe e.V.

Kontakt:

Initiative gegen die Todesstrafe e.V.
Bahnhofstr. 40
97944 Boxberg
E-Mail: sekretariat@initiative-gegen-die-todesstrafe.de

Internationales Komitee gegen Steinigungen
Postfach 801152
51011 Köln
Tel. 0177/5692413

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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