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18.08.2010 | Texas: Peter Cantu hingerichtet

Am Dienstag Abend wurde der 35-jährige Peter Anthony Cantu in Huntsville, Texas, mit tödlicher Injektion hingerichtet.

Peter Cantu wurde für schuldig befunden, als Anführer einer Gang im Juni 1993 an der Gruppenvergewaltigung und dem Mord an Jennifer Ertman und Elizabeth Pena teilgenommen zu haben. Die 14-jährige Jennifer und die 16-jährige Elizabeth hatten nach einer Party eine Abkürzung nach Hause genommen. In der Nähe einer Eisenbahnbrücke sah Cantus Gang die Mädchen, vergewaltigte diese über eine Stunde lang und ermordete sie danach auf grausame Weise.

Einen Tag später hörte Cantus Bruder wie die Jugendlichen der Gang sich brüsteten, welchen Spaß sie mit den Mädchen gehabt hätten. Er gab der Polizei einen Tip, der dann zur Festnahme der 6-köpfigen Gang führte.

Peter Cantu erhielt als Anführer der Gang für seine Tat die Todesstrafe. Vier weitere Gangmitglieder wurden für die selbe Tat zum Tode verurteilt: Derrick O’Brian wurde 2006 hingerichtet und Jose Medellin im Jahr 2008; die Todesurteile der beiden anderen wurden in lebenslängliche Haftstrafen umgewandelt als der US Supreme Court die Todesstrafe für zur Tatzeit Minderjährige im Jahr 2005 für verfassungswidrig erklärte. Der sechste im Fall beteiligte Mann war zur Tatzeit 14 Jahre alt und wurde zu einer 40-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Cantu lehnte es ab vor seiner Hinrichtung Interviews zu geben. In den letzten Jahren hatte er sich im Gefängnis gut verhalten und wurde zu den Gefangenen mit dem besten Benehmen im Todestrakt gezählt. "Er ist bemerkenswert gereift," sagte sein Berufungsanwalt Robin Norris, "Er ist ein Typ, der seine Verantwortung vollständig akzeptiert."

Randy Ertmann, Jennifers Vater, wohnte gestern zum dritten Mal einer Hinrichtung bei. In einem vor der Hinrichtung geführten Interview sagte er, Entschuldigungen würden ihm nichts bedeuten, es sei zu spät für Entschuldigungen. Die Frage, ob es ihm etwas ausmache einer Hinrichtung beizuwohnen verneinte er, es sei verrückt, man müsse geistig vorbereitet sein, er könne es verkraften. Ertman sagte, dass wenn man die Todesstrafe als abschreckendes Mittel einsetzen wolle, hätten alle fünf zum Tode verurteilten Gefangenen an einem Baum vor dem Rathaus Houstons aufgeknüpft werden sollen. "Das wäre ein Abschreckungsmittel," sagte er.

Im Hinrichtungsraum verneinte Cantu die Frage, ob er letzte Worte sprechen wolle. Peter Cantu wurde um 18.17 Uhr Ortszeit für tot erklärt.
(Quelle: chron.com)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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