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04.05.2010 | USA: Anästhesisten, die an Hinrichtungen beteiligt sind, verlieren zukünftig die Zulassung

Der Berufsverband amerikanischer Anästhesisten entschied, dass zukünftig jedes Mitglied, das an einer Hinrichtung beteiligt ist, die Zulassung des Verbands verliert. Mark A. Rockoff, Schriftführer des Vorstands, erklärte, dies reflektiere die Überzeugung des Verbandes, dass Ärzte ‚Heiler, keine Henker’ seien.

Obwohl die amerikanische Ärztekammer sich schon lange gegen eine Teilnahme von Ärzten bei Hinrichtungen ausspricht, ist der Berufsverband der Anästhesisten die erste Gruppe, die eine solche Mitarbeit schwer bestraft. Die Zulassung des Anästhesistenverbandes ist zwar in den USA nicht zwingend vorgeschrieben, dennoch verlangen die meisten Krankenhäuser diese Zulassung von ihren Anästhesisten und ohne diese wäre es einem Arzt nur schwer möglich, in diesem Beruf Arbeit zu finden.Ungefähr die Hälfte der 35 Staaten, in denen Hinrichtungen durchgeführt werden, schreiben vor, dass bei einer Hinrichtung ein Arzt zugegen sein muss. In manchen Staaten beraten Anästhesisten das Gefängnispersonal in der Frage, wie hoch die Dosierung der zur Hinrichtung verwendeten Medikamente sein muss, in manchen Staaten legen sie die Katheter für die tödliche Infusion.(Quelle: Washington Post)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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