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22.07.2011 | Drei Hinrichtungen in den USA in einer Woche

In drei US-Bundesstaaten wurden in dieser Woche Todesurteile vollstreckt: Arizona, Texas und Georgia

Am Dienstagvormittag wurde im US-Bundesstaat Arizona der 52-jährige Thomas Paul West mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er hatte vor 24 Jahren während eines Wohnungseinbruchs und Raubes einen Mann erschlagen, als dieser ihn überraschte. West behauptete, er sei während der Tat betrunken gewesen und habe unter Drogen gestanden. Seine Anwälte wiesen darauf hin, dass er unter einem posttraumatischen Stresssyndrom gelitten habe. West begann bereits als sechsjähriges Kind Alkohol zu trinken, nahm mit zehn Jahren Marihuana und als Teenager u.a. Valium, Kokain, LSD. Von drei Erwachsenen wurde West als Kind sexuell missbraucht, durch einen Lehrer, einen Priester und einen Nachbarn. Sein Vater war Alkoholiker und schlug die Kinder regelmäßig. Bischof Jerry Kicanas von der Diözese Tuscon setzte sich öffentlich für eine Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe ein, jedoch ohne Erfolg.

Mit knapp dreistündiger Verspätung wurde am Mittwochabend der 41-jährige Mark Stroman im US-Bundesstaat Texas mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Stroman hatte in den Wochen nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in einem persönlichen Rachefeldzug zwei arabisch aussehende Männer erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Rais Bhuiyan, das überlebende Opfer, hat sich bereits seit Wochen in einer weltweit Aufmerksamkeit erregenden Kampagne dafür eingesetzt, dass Stroman nicht hingerichtet werden solle. Doch auch sein gerichtlicher Antrag auf Hinrichtungsaufschub, damit Täter und Opfer sich einer Mediation unterziehen könnten, brachte Stroman nur zweieinhalb Stunden ein - obwohl sich in den letzten Tagen auch eine der Geschworenen öffentlich geäußert hatte, dass das Todesurteil in ihren Augen eine Fehlentscheidung war. In seinen letzten Worten erklärte Stroman, dass er inneren Frieden gefunden habe und der Hass in der Welt ein Ende haben müsse.

Im US-Bundesstaat Georgia wurde am Donnerstagabend der 37-jährige Andrew DeYoung mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er hatte 1993 seine Eltern und seine 14 Jahre alte Schwester ermordet. Sein jüngerer Bruder konnte entkommen. DeYoungs Motiv soll das Erbe von rund 480.000 Dollar gewesen sein. In seinen letzten Worten bedauerte er seine Tat. Die Exekution wurde als erste Hinrichtung mit der Giftspritze in den USA per Video aufgezeichnet. Den Antrag stellte der Anwalt eines anderen Todeskandidaten in Georgia, weil es bei der Hinrichtung von Roy Blankenship im Juni - der ersten mit dem neuen Narkotikum Pentobarbital in Georgia - zu heftigen Kopfbewegungen gekommen sein soll. Die Hinrichtung DeYoungs war bereits für Mittwoch geplant gewesen und wurde um 24 Stunden verschoben. Während am Mittwochabend dementiert wurde, dass der Aufschub mit der Videoaufzeichnung zu tun habe, wird dies nun als Begründung angegeben.

Quellen:

http://www.tucsonweekly.com/TheRange/archives/2011/07/19/even-the-bishop-couldnt-save-thomas-west

http://itemonline.com/local/x1241069849/Texas-man-executed-for-post-9-11-slaying

http://www.ajc.com/news/deyoung-executed-with-videographer-1033787.html

 

 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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