zurück zur Übersicht

23.12.2011 | IRAN: Zunahme der Hinrichtungen wegen Drogendelikten

In einem neuen Bericht prangert Amnesty International die hohe Zahl von Exekutionen aufgrund von Drogendelikten in Iran an.

Zwischen Januar und Ende November 2011 haben demnach 600 Hinrichtungen stattgefunden, 488 davon wegen Drogenvergehen. Damit habe sich der Anteil der wegen Drogendelikten Hingerichteter von etwa 43% im Jahr 2009 auf nun 81% erhöht.

Die Angaben trug die Menschenrechtsorganisation vor allem aus Zeugenaussagen und Berichten zusammen, da ihr der Zugang zu Iran verwehrt wird. Demnach wurden seit Mitte 2010 viele der Verurteilten bei heimlichen Massenexekutionen in Gefängnissen umgebracht. Deren Familienangehörige oder Anwälte wurden im Vorfeld nicht oder kaum darüber informiert.

Amnesty berichtet, vielen Todesurteilen seien unfaire Gerichtsverfahren vorausgegangen, auch seien Geständnisse durch Folter erlangt worden. Häufig erhielten Gefangene keinen Rechtsbeistand und auch das Recht auf Berufung wurde ihnen oft verwehrt.

Besonders betroffen seien Bürger aus den ärmeren Schichten sowie ethnische Minderheiten, welche dort rechtlich diskriminiert würden. Amnesty zeigt sich insbesondere über die Hinweise besorgt, dass ausländische Staatsangehörige hingerichtet wurden ohne vorangegangenes Verfahren. Davon betroffen seien vor allem afghanische Drogenschmuggler; gegenwärtig warteten über 4000 Afghanen in iranischen Gefängnissen auf ihre Hinrichtung.

Die Menschenrechtsorganisation fordert die Aussetzung der Todesstrafe und faire Gerichtsprozesse. Des weiteren werden u.a. Deutschland, Frankreich und Japan aufgefordert, die Drogenbekämpfung in Iran finanziell zu unterstützen.
(Quelle: Neue Zürcher Zeitung)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht