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26.01.2011 | Ohio: Umstellung auf Pentobarbital als Hinrichtungsdroge

Die Gefängnisbehörde Ohios gab gestern bekannt, dass der Staat zukünftig nicht mehr mit Natrium Thiopental, sondern mit Pentobarbital hinrichten wird.

Im Dezember hatte Oklahoma wegen der Thiopental-Knappheit als erster amerikanischer Staat auf Hinrichtungen mit Pentobarbital umgestellt. Ohio wird diesem Beispiel nun folgen.

Pentobarbital wird zum Einschläfern von Tieren, aber auch als Beruhigungsmittel bei schweren Operationen (an Menschen) eingesetzt. Wie gestern bekannt gegeben wurde, wird es nun auch in Ohio in tödlicher Dosierung zur Hinrichtung verwendet werden. Pentobarbital soll in der gleichen Dosierung wie zuvor Natrium Thiopental verabreicht werden.

Auch in Ohio ist der Grund für die Umstellung die Thiopental-Knappheit, die sich in den nächsten Monaten wahrscheinlich noch verschärfen wird, nachdem der einzige amerikanische Hersteller von Natrium Thiopental, Hospira Inc., am Freitag bekannt gegeben hat, dass die Produktion des Medikaments eingestellt wird.

Der nach Unterlagen der amerikanischen Federal Drug Administration momentan einzige Lieferant für Pentobarbital, die dänische Firma Lundbeck, gab am Montag bekannt, dass sie nicht mit der Verwendung ihres Produktes zu Hinrichtungszwecken einverstanden ist.

Das neue Hinrichtungsprotokoll wird die geplante Hinrichtung von Frank Spisak am 17. Februar noch nicht betreffen, sondern erst bei der geplanten Hinrichtung von Johnnie Baston am 10. März zur Anwendung kommen – "vorbehaltlich weiterer rechtlicher Entwicklungen", wie Carlo LoParo, Sprecher der Gefängnisbehörde von Ohio, sagte.
(Quelle Dayton Daily News)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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