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23.01.2011 | Tennessee: Staatsanwälte bitten um Genehmigung Hinrichtungen wieder aufzunehmen

Am Freitag reichten Anwälte des Staates Tennessee einen Antrag bei einem Gericht in Nashville ein, in dem sie darum baten, Hinrichtungen wieder aufnehmen zu dürfen, da die Gefängnisbehörde ein neues Hinrichtungsprotokoll erarbeitet habe.

Die neue Hinrichtungsmethode verlangt, dass der Gefängnisdirektor kontrolliert, ob der Gefangene noch bei Bewusstsein ist, bevor eine tödliche Dosis an Giften verabreicht wird.

Im November hatte der Oberste Gerichtshof Tennessees vier Hinrichtungen gestoppt, um dem Richter eines niedrigeren Gerichts die Möglichkeit zu geben, abzuwägen, ob die neue Hinrichtungsmethode verfassungskonform sei. Der Bescheid erging nachdem die vorsitzende Richterin von Davidson County, Claudia Bonnyman, entschied, dass die in Tennessee übliche Verwendung eines Cocktails aus drei Medikamenten "den Tod durch Ersticken bei Bewusstsein erlaubt".

Am Freitag argumentierte ein Anwalt für den Staat, dass der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein ähnliches Hinrichtungsprotokoll im April 2008 für verfassungskonform hielt. Mark Hudson aus dem Büro des Justizministers von Tennessee erklärte außerdem, der Bann von grausamen und unüblichen Strafen habe seine Grenzen, nicht jedes Risiko von Schmerzen müsse ausgeschlossen werden.

Anwälte des Todestraktinsassen Stephen West sagten der Richterin, das neue Hinrichtungsprotokoll sei noch immer problembehaftet.

Das neue Protokoll verlangt, dass Gefängnisangestellte zunächst ein schnell wirkendes Barbiturat als Anästhetikum verabreichen. Danach soll der Gefängnisdirektor durch Streichen der Hand über die Augen des Gefangenen, leichtes Schütteln und rufen des Namen des Gefangenen kontrollieren, ob der Gefangene noch bei Bewusstsein ist. Wenn hierdurch die Bewusstlosigkeit des Gefangenen sichergestellt sein, soll der Gefängnisdirektor die Verabreichung der anderen beiden Medikamente anordnen.

Wests Anwälte argumentierten, dass die Methode Schmerzen und Leiden verursache; da eines der Medikamente paralysiere, hätte der Gefangene nicht die Möglichkeit aufzuschreien.

Richterin Bonnyman sagte, sie würde das Urteil am 16. Februar fällen.
(Quelle: The Tennessian)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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