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27.08.2012 | Afghanistan: 17 Zivilisten von Taliban enthauptet

Taliban haben laut Regierungsangaben im Süden Afghanistans in einem Dorf 17 Bewohner enthauptet, angeblich weil diese auf einem Fest getanzt und Musik gespielt haben.

Ein Sprecher der Provinzverwaltung von Helmand sagte gegenüber AFP, es seien auch zwei Frauen unter den Opfern, allen sei der Kopf abgetrennt worden. Nach den Tätern werde gefahndet.

Dem Vernehmen nach wollten die radikalislamischen Taliban, die das betreffende Gebiet kontrollieren, die Feier stoppen.

In der Vergangenheit sollen die Taliban Zivilisten vorgeworfen haben, für die afghanischen und US-geführten Nato-Truppen spioniert zu haben; es kam mehrfach zu Enthauptungen. In den letzten Monaten habe das Töten von Zivilisten in der Region zugenommen, allein im kürzlich zu Ende gegangenen Fastenmonat Ramadan seien drei Personen enthauptet worden. Offenbar stehen die Tötungen mit großangelegten Militäreinsätzen Afghanistans und der Nato in zeitlichem Zusammenhang.

Auch ein Armeestützpunkt wurde von den Taliban angegriffen. Dabei wurden zehn afghanische Soldaten getötet, vier weitere verletzt und fünf Soldaten sollen mit den Taliban nach dem Angriff mitgegangen sein; dies teilte der Provinzsprecher von Helmand Spiegel Online mit. Der Sprecher bezeichnete es als einen Angriff von innen, da die Taliban von einigen Soldaten unterstützt wurden.

In der Provinz Laghman im Osten Afghanistans schoss ein afghanischer Soldat auf eine Gruppe von Nato-Soldaten und tötete zwei von ihnen. Bei einem Feuergefecht wurde der afghanische Schütze ebenfalls getötet. Dieses Jahr kamen bereits 42 Nato-Soldaten bei Angriffen durch afghanische Sicherheitskräfte ums Leben.

Quellen: anr, dapd, Reuters

 

Links:

www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-taliban-enthaupten-dorfbewohner-a-852211.html

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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