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23.06.2012 | Alabama: Geschworene fordern Haftstrafe, Richter verhängen Todesurteil

Richter in Alabama haben die Befugnis, Entscheidungen von Geschworenen einfach über den Haufen zu werfen und nicht selten machen sie davon auch Gebrauch, um ein Urteil zu verschärfen.

 

Auch in den Bundesstaaten Florida und Delaware ist es Richtern gestattet, ein Geschworenenurteil zu überstimmen, doch werde dies dort strenger überwacht, so Bryan Stevenson, Leiter der „Equal Justice Initiative“.

Die gemeinnützige Organisation veröffentlichte letztes Jahr einen Bericht, demzufolge in Mobile County gerade einmal zwei Richter insgesamt elf Männer in den Todestrakt schickten, obschon die Geschworenen ein ganz anderes Urteil empfohlen hatten.

„Meistens wird das Urteil verhängt, das die Geschworenen nach ihrer Beratung empfehlen, doch es gibt eine erschreckend hohe Zahl von Fällen, in denen Richter stattdessen ein Todesurteil aussprechen“, sagte Stevenson.

Der Oberste Gerichtshof hatte 2002 entschieden, dass Geschworene und nicht Richter beschließen müssen, ob erschwerende Umstände vorliegen, die die Todesstrafe rechtfertigen würden.

Stevenson hält es daher für äußerst fragwürdig, ob das Hinwegsetzen von Richtern über Geschworenenempfehlungen überhaupt verfassungskonform ist.

Quelle: Business Insider

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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