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13.12.2012 | China: Anwalt prangert Hinrichtung im Krankenhaus an

Han Bing, Anwalt der Pekinger Kanzlei H & J, verurteilte scharf die Exekution eines Todestraktinsassen, die in einem Krankenhaus erfolgte, damit gleich vor Ort die Organe entnommen werden konnten. Han vertritt die Familie des Hingerichteten.

In einer Mitteilung, die er in dem Twitter vergleichbaren chinesischen Mikroblogging-Dienst Sina Weibo veröffentlichte, schrieb Han am 6. Dezember: "Heute morgen fand eine entsetzliche Art der Exekution statt. (...) der Intermediate People's Court ließ den Häftling dennoch umgehend hinrichten, ohne dessen Angehörige zu informieren, damit sie ihn ein letztes Mal hätten besuchen können. Der Grund für die unmittelbare Hinrichtung bestand darin, dass der zum Tode Verurteilte "freiwillig" eine Organspendeerklärung unterzeichnet haben soll. Damit die Qualität der Organe gewährleistet ist, wurde die Hinrichtung im Krankenhaus durchgeführt. Diese gewissenlosen Richter und Ärzte verwandeln ein Krankenhaus in eine Hinrichtungsstätte und einen Markt für Organhandel!"

Die Urteilsvollstreckung sei unerwartet gekommen, nun müssten erst noch die Ergebnisse von Anfragen an den Obersten Gerichtshof abgewartet werden. Die Mitteilung war bis 8:30 Uhr am 7. Dezember fast 24.000-mal weitergeleitet bzw. kommentiert worden; am 9. Dezember war sie jedoch gelöscht und nicht mehr abrufbar.

Der Netzbürger digg88, der für die Softwarefirma Kingdee arbeitet, erklärte über Weibo, laut einem Freund von ihm, der im Gerichtswesen tätig sei, sei es seit vielen Jahren Usus, die Organe von Todestraktinsassen zu verhökern.

DAFOH, eine Organisation von Ärzten mit Sitz in Washington, die gegen zwangsweise Entnahme von Organen vorgeht, kommentierte kürzlich das Vorhaben des Regimes in China, Organentnahmen bei Hingerichteten einzustellen. Die Organisation befürchtet demnach, diese Ankündigung solle lediglich dazu dienen, die internationale Gemeinschaft zu beruhigen, während die unethische Transplantation von Organen Hingerichteter heimlich weitergehe.

"Jahrelang hat China geleugnet, zum Tode Verurteilte als Spender von Organtransplantaten zu nutzen, mittlerweile hat das Land diese unethische Praxis zugegeben. Noch bestreitet es jedoch die Verwendung von Organen, die von Gewissensgefangenen stammen. Solange die tatsächliche Herkunft und Menge der Organe nicht bekannt gegeben wird, gibt es keinen Anlass anzunehmen, dass auch die Organentnahme bei Anhängern von Falun Gong beendet wird", so die Erklärung von DAFOH.

Quelle: Epoch Times

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Links:

www.theepochtimes.com/n2/china-news/beijing-lawyer-denounces-execution-for-organs-at-hospital-323245-print.html

www.theepochtimes.com/n2/opinion/organ-harvesting-falun-gong-and-the-future-of-china-313165.html

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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