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20.08.2012 | Indien: Neun Personen unrechtmäßig zum Tode verurteilt

Nicht nur einmal, sondern insgesamt dreimal hat der Oberste Gerichtshof entschieden, dass neun Todesurteile nicht hätten verhängt werden dürfen, dennoch befinden sich die Verurteilten immer noch im Todestrakt.

14 pensionierte Richter des Obersten Gerichtshofs und von anderen Gerichten im Land appellierten deswegen inzwischen an Präsident Pranab Mukherjee, die Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umzuwandeln. Zwei Grundsätze des indischen Rechts seien beim Verhängen der Urteile nicht beachtet worden. So solle die Todesstrafe nur in in den seltensten Fällen angewendet werden ('rarest of rare') und es müssen auch mildernde Umstände angemessen gewürdigt werden, d.h. nicht nur die Tat, auch der Täter steht im Mittelpunkt eines Strafprozesses.

Bei den neun Fällen handle es sich nicht um Verbrechen gegen den Staat. Auch stünden die Appellschreiben in keinem Zusammenhang mit der Frage, ob die Todesstrafe überhaupt beibehalten werden soll.

Die früheren Richter erklärten: "Hinrichtungen von zu Unrecht Verurteilten untergraben zutiefst die Glaubwürdigkeit des Strafrechtswesens. Dies geht an die Grundsubstanz unserer Verfassung, da hier der Staat jemandem das Leben nimmt und zwar basierend auf Urteilen, die der Oberste Gerichtshof für fehlerhaft erklärt hat."

Quelle: The Times of India

Links:

timesofindia.indiatimes.com//articleshow/15552912.cms

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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